XANTEN.
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Wir setzen diesen Schrein spätestens in die Mitte des Uten Jahrhunderts.
In dem mehrfach genannten Berliner Codex über Xanten steht Fol. 68 Folgendes:„Inschrift über dem Grabe des h. Victor vor dessen Versetz u ng:
„Ihn, den Ruhm, die Ehre der Stadt, die Zierde der Kirche,„Ihn, des Vaterlands Vater, bedeckte vordem dieses Grabmal.„Jetzt nahm andere Stätte ihn auf; such hier ihn nicht länger;„Dort ist des Führers Gehein mit frommer Verehrung geborgen.„Fragst du vielleicht nach der Art, auf welche dies Alles geschehen,„Siehe, das folgende Blatt wird den Knoten des Zweifels dir lösen.
„Es wisse also die Gegenwart und die Zukunft, dass vordem in einem unter ge-genwärtiger Tum ha beigesetztem Sarcophage der hochheilige Leib des heil.„Victor, des herrlichen Patrons unserer Kirche, in seligem Andenken ruhte. Als derselbe„später in das schöne Behällniss der Capsel, in welcher er noch befindlich ist, ehrerbietig„gelegt wurde, blieb ein Theil der Geheine und Kleider als Zeichen der damaligen Ver-ehrung im genannten Sarcophage zurück. Desshalb wurde später dieser Sarcophag mit„allen Reliquien an einem geeigneten Platze im östlichen Theile des Chores heigesetzt und„nach damaligem Gehrauche „das Grab des h. Victor" genannt. Als später der vordere„Theil der Kirche zum Behufe eines besseren Baues niedergerissen wurde, wurde auch je-„ner Sarg von den dabei Gegenwärtigen mit gebührender Ehrfurcht geöffnet und in ihm„jener Schatz der genannten Reliquien, für alle gläubigen Christen und besonders für die„Kinder dieser Kirche kostbarer als Gold und Topas, gefunden. Mit diesen wurde zugleich„eine Partikel des heil. Kreuzes aufgefunden, welche die h. Helena, die frömmste Kaiserin,„selbst dem hochheil. Leihe des h. Victor gleichsam als Gewürz statt aller Spezereien bei-gesetzt haben soll, wie es das Zeugniss des mit den Reliquien zugleich gefundenen Briefes„klar darthut. Vorgenannte Reliquien, so aufgefunden oder vielmehr entdeckt, sind der grös-seren Verehrung wegen aus ihrem Behälter im Sarcophage herausgenommen und in eine„silberne Kiste (scrinium argent.) und in eine mit Gold und. Gemmen verzierte Capsel„(theca) gelegt, worin sie noch aufbewahrt werden als eine ewige Zierde dieser Kirche.„Damit aber der Sarcophag, der ehemals solchen Schatz barg, nicht der Vergessenheit und„Geringschätzung anheimfalle, ist ein Theil von den Reliquien des h. Victor von den übrigen„getrennt und in demselben heigesetzt, damit derselbe nicht allein als Andenken der Reli-quien aufbewahrt werde, sondern selbst für die Verehrung Reliquien darbiete."
Die aufmerksame Analyse dieses Rerichles ergibt, dass der Sarcophag des h. Victorfrüher unter einem damals noch bestehenden Grabmale ruhte, dass man aus diesem Sar-cophage einige Reliquien in eine Capsel gelegt hatte und dem Sarcophage selbst einen Platzim östlichen Chor gab, das Grab des h. Victor genannt. Und dieser im Oslchor stehendeSarcophag ward dann später, und zwar im Jahre 1264, als man den IVeubau dieses Choresbegann, nochmals geöffnet und abermals einige Theile davon in ein silbernes Scr.nium undeine mit Gold und Edelsteinen verzierte Capsel gelegt. Wir begegnen also fünf Denkmälern: