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1 = Abth. 1, Bildnerei (1857)
Entstehung
Seite
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CHANENBURG.

TILL.

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Zwölf Elfenbeinläfelchen, von denen die grösseren 2 , /4 // lang und breit, die kleine-ren 1 M-i" in der Breite messen; ihr ursprünglielier Zweck ist nicht mehr anzugeben, ebenso-wenig die Legende, die den Darstellungen zu Grunde liegt. Utes Jahrhundert.

8. 8a. 8b. 8c.

Reliquienkasten aus Holz, mit Elfenbeinplatten überzogen, 16 3 /4" lang, 6'j-i" breitund 4 Vi" hoch.

Kasten gerade dieser Art scheinen als Reliquienbehälter häufig aus Italien, wo sieohne Zweifel allgemein waren, nach Deutschland gekommen zu sein; denn einestbeils ent-halten die säinnitlichen Reliefdarstellungen antike Kämpfer, d. h. nicht solche, die im Kampfebegriffen sind, sondern Stellungen der Palästra, Reminiscenzen an einzelne Thaten des Her-cules, wie sie nur in der Erinnerung der Italiener leben konnten, und anderenteils findetman einen ganz gleichen Kasten, ausser in Xanten, in Italien selbst im Museum zu Arezzo.Derjenige zu Arezzo hat wie der vorliegende und der zu Xanten dieselbe äussere Einrich-tung, indem der Deckel als Schieber aufgezogen wird, dieselben Raumabtheilungen in denäusseren Flächen, dieselben Arabeskenberandungen und endlich kriegerische Stellungen ein-zelner Figuren desselben Charakters. So weit geht die Uebereinslimmung, dass auch aufdem Kasten von Arezzo, wie auf demjenigen zu Cranenburg, nur die Felder des Deckels zuDarstellungen von berittenen Kriegern benutzt sind. Da nun aber der Darslellungskreis desArezzo'schen Schreins zwei wiederkehrende Hermaphrodite bat, so dürfte man mit einigerSicherheit diese Arbeiten mindestens in die carolingisebe Zeit verweisen, wo derartige Re-miniscenzen des Allerlhums noch geläufig in der Kunst verwendet wurden, die freilich spär-licher bis zum 12ten Jahrhundert nachweisbar sind. 8c ist das silberne gravirte Scbloss.Die Gravuren sind mit schwarzem Lack ausgefüllt.

TILL,

Kirchdorf am linken Rheinufer, ungefähr 1 Stunde vom Flusse und 2 Stunden von Cleve,scheint im lOlen Jahrhundert schon einige kirchliche Bedeutung besessen zu haben, wiesowol Inschriften dieses Jahrhunderts' als die späteren Urkunden beweisen. Die Kirchehat den b. Vincenz zum Patron. In den ältesten Urkunden heisst es Thiala 2 , Tiele 3 ,Tiela 4 und im 14ten und löten Jahrhundert Tille und Tyll. 5

1. Milgelheilt von Schneider und Mooren im II. Jahrg., Heft I., zweite Ablh., S. 39 und 48 der Annalen

des hislor. Vcr. für den Niederrhein;

2. Dinterim Erzd. I. S. 2G4.

3. Lac. I. 132. II. 135.

4. Lac. I. 194.

5. Binierim II. S. 7.