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1 = Abth. 1, Bildnerei (1857)
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XVII
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II. KUNSTHISTOniSCHE UUERSICIIT.

XVII

vortrefflicher Charakteristik; unter den ganz schemaliscli gebildeten Menschen die Portrait-bilder am meisten voll Naturwahrheit, während die Götter zu leblosen Typen herabsinken.Bei den Egyplern erstarrte die Enlwickelungsfähigkeit in den untersten Graden. Nicht sobei den Franken. Jene Leidenschaft, die sie für äusserliche Pracht, Prunk, Goldglanz,Edelsteine hatten, erzeugte eine Menge kostbarer Gefässe und Schreine, in denen ein be-stimmter Fortschrill der Sculptur zu erkennen ist. 90 Zwei uns auf Taf. VI. .8 und Taf. XVII. 2.vorliegende Elfenbeinkasten, die mau der dargestellten Gegenstände und der Aehnlichkeitmit einem ebensolchen Werke in Italien halber kaum später als in die karolingische Periodesetzen kann und die freilich dieser Aehnlichkeit halber auch in Italien entstanden seinkönnen, zeigen schon wieder eine vortreffliche Anordnung des Raumes, Freiheit und Aus-führung der Motive und gute Technik. 91 Jenen herben und derben Formsinn, der ebensosehr der ums Jahr 1000 entstandenen ersten romanischen Runslperiode als der derben Volks-individindilät entspricht, gehört der Taufstein von Zyfflich an, den wir durch das Baudatumvon 1002 jedenfalls in das erste Jahrzehnt des 11. Jahrhunderts datiren können (Taf. VI. 6),und dem dann die Taufsleine zu Warbeien (Taf. VI. 1), Qualburg (Taf. X. 5), Vynen, Vccn,Menzelen, Hamborn und Kempen (Band II), und schon in weiterer Formentwickelung die zuWissel und Ilönnepel folgen (Taf. X. 7. 1 0.). Derselben Zeit dürften dann die alten Sleinreliefszu Xanten (Taf. XVII) angehören. Die noch feinerem Formensinne ferne rohe Kraft derer st eren dieser Taufsleine macht es wahrscheinlich, dass die unter den Oltonen in dasFräuleinstifl nach Essen gekommenen Prachlwerke des siebenarmigen Leuchters und derbeiden Mathildenkreuze (Band II) unter dem Einfluss fremder Künstler verfertigt, oder über-haupt aus der Ferne dorthin gebracht worden sind. 92 Für die Mitte des 11. Jahrhundertsbewahrt Essen ebenfalls ein herrliches durch das Todesjahr der Geberin Theophana dalirtesWerk in einem Evangeliendcckel von Gold und Elfenbein und einem Prachtkreuze, dem sichausser einem Niellokasten in Xanten und jener herrlichen goldgetriebenen Schwertscheide zuEssen (Bd. II), die mit den schwungvollsten Arabesken und Bestiarien geschmückt ist, wahr-scheinlich ein der Kenntniss ganz entzogener Beliquienschrein anreihen würde, der, ursprüng-lich in der Kirche zu Rees, in den Besitz des Fürsten Solticoff überging und reich anElfenbein und Emaille sein soll. Das 12. Jahrhundert endlich repräsentirl der SchreinS. Victors zu Xanten (Taf. XVIII) und im 13. begegnet uns der datirte Schrein S. Suilbert'szu Kaiserswerlh (Band II). Auch die Geschicklichkeit der weiblichen Hand hat uns ein Zeug-niss hinterlassen, indem uns von Adela, der Gemahlin des Grafen Balderich, die stets viele

90. Vergl. Freutlenberg: Goltlfund zu Enzen in XXV. Heft d. Verh. der rhein. Altherth. Freunde undSchnnase III, S. 502, dann in Houbens Aiitiqunrium und Fiedler die fränkische Krone auf Taf. 48,und Bernd: Wappenwissenschaft I, S. 308 Anmerk. 8 und 417 zu Seite 308.

91. In Bezug auf die Schönheit des Ornaments in frä'nk. Werken Schnnase III, 523 u. f.

92. Ausser den Künstlern des Meinwerk aus Italien und den bekannten Beziehungen zu Italien undByzanz (Schnaase IV, 2. Abth. S. 574 u. f.) hat besonders Eitelberger in den Jahrb. d. k. k. Gentral-commission v. 1856 auf die durch Ungarn vermittelte Verbindung zwischen Deutschland und Byzanzaufmerksnm gemacht.

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