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II. KUNSTIIISTOIUSCUE UUEIISICIIT.
gegründeten Camp ist ebenso untergegangen, wie derjenige der Kirche zu Bheinberg, welchenach der StiTtungsurkunde von Camp schon früher bestand. Von der ersteren ist nur der ge-rade Ghttrabschluss zu bemerken. Die schweren und derben Verhältnisse der Kirche zu Wisselmit 2 Thünnen zu Seilen des Chores und Kreuzschiffen, und die schöne, aus einer kürzlichaufgefundenen Zeichnung bekannte romanische Kirche zu Benelen" -3 mit einem secbseckigenThurm auf der in der Mitte stattfindenden Vierung sind der Kennlniss erhallen. Die Stif-tungen des Prämonstratenserordens Hagenbusch, Fürstenberg, Wesel, Hamborn und Bedburg 1,6führen dann im 12. Jahrhundert noch zu einer reichen untergegangenen Bauperiode, derenschwungvollere und reichere Bildungen an den Grenzen unseres Gebietes die Kirchen derAbteien Gladbach und Knechtsteden bezeugen, während in unserem Distrikte nur Bedburgvon einer der in Repelen ähnlichen Kreuzkirche ein schönes Portal erhallen hat. 87 DieThurinfacade von Xanten, die Kirche zu Ginderich, der Chor von Kaiserswerlh, Theile derKirche zu Werden, besonders aber die interessante Klosterkirche zu Gerresheirri, ebenfallsmit einem Thurm auf der Vierung, und der Quirinsdoin zu Neuss mit seiner spielendenDecoralion beschlossen die romanische Bauperiode, deren Formen mil Bewusstsein nochnach 100 Jahren angewandt wurden, wie dies die Kirche zu Kempen 811, und der Ziegellhurmder Martinskirche zu Emmerich hinreichend bekunden, und wie es dem einfachen, derbenund am Daseienden hallenden Volkscharakter vollständig entspricht.
Wie abhängig die Kunst vom Charakter der Zeit ist, zeigt uns im Bereiche derSculplur ein Blick von dem auf Taf. XVII 1 milgetheilten Elfenbein der letzten römischenKaiserzeit, welches noch Anordnung in der Composilion und Freiheit im Ausdruck der In-tentionen bekundet, zu jenem Reliquienschreiu auf III vom Jahre 700, einem Werke frän-kischer Barbarei oder vielmehr einer neu beginnenden Cullurepoche. Denn die technisch undkünstlerisch am vollendetsten sind die untergeordnetsten Dinge, am roheslen die gegenständ-lich bedeutendsten Theile. 1 " 9 Die Arabesken in den Filigranbändern sind verhällnissmässigzierlich und in guter Zeichnung, die Figuren hingegen unbehülfiich und durchaus roh. Unddieses gerade deutet eine erst in den allerunterslen Stufen zur Freiheit entwickelte Fähigkeilan. Eiii Entwicklungsgang ähnlich dem der Egypter. Auch bei diesen sind die Thiere voll
S5. Durch einige Bemerkungen des Verf. über das sagenhafte Alter der Kirche von Repelen und diein ihren Fundamenten gefundenen römischen Allerlhiimer an die königl. Commission der Denk-mäler veranlasst, fand Hr. Kreishaumeister Guno in einem Situationsplan der Xantener Filialkirchendie erwähnte Zeichnung.
86. Die Urkunden dieser Stiftungen sind angeführt; wo nicht, finden sie sich in Binterim und MoorenErzd. 1. Fürstenberg und Ilagenbusch sind verschwunden. Wesel und Hamborn wurde in der näch-sten Periode umgebaut.
S7. Ein Abbildung der Kirche soll sich befinden in: Cleufsche Waterlust 1749.
88. Die specielleren Ausführungen hierüber wird die Abtheilung der Architektur beibringen.
89. Einen interessanten Unterschied bietet der Vergleich dieses Schreins mit dem später erneutenMarcuslöwen (Text zu Taf. Illj desselben und mit den datirten Goldarbeilen des 11. Jahrb. zuEssen. Wie man aber nach diesem Vergleich den Schrein ins 11. oder 12. Jahrh. setzen kann,wie kürzlich H. A. Müller: in Deutschlands Museen und Kunslw. 1857, ist nicht einzusehen.