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1 = Abth. 1, Bildnerei (1857)
Entstehung
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II. KUNSTIIISTOIUSCIIE ÜBERSICHT.

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Die schmucklose Absis zu Rindern, die Centralbauten zu Nymwegen und Essen undvielleicht auch die Crypta zu Emmerich 78 dürften das einzige sein, was uns sicheres Zeug-niss für das erste Jahrtausend ablegt, 79 ein geringes Zeugniss für die lange Reihe grosserStiftungen dieses Zeilraumes. Zwei Ursachen vorzüglich verschulden das: einesthcils die ge-rade am Untcrrbein conzentrirt stattfindenden Zerstörungen der Normannen, die vom Meerekommend in den der Mündung des Stromes so nahe liegenden Gegenden fortwährend Feuerund Verwüstung von Ort zu Ort schleuderten; anderentheils aber die Thatsache, dass mitAusnahme vielleicht der Zeil und Thäligkcit Carls d. Gr. und in Zusammenhang mit denaufgelösten wirren Zuständen nur Dürftigkeitsbauten stattfanden, Rauten, die, weder derDauer noch dem zunehmenden Bedürfniss gewachsen, um so schneller untergingen, als mansie im angstvollen Glauben an den Weltuntergang durchaus nicht einmal zu erbalten bestrebtwar, und die desshalb nach der Ueberwindung des Jahres 1000 mit Notwendigkeit einegrosse solide Baiiperiode herbeiführten. 80

Der erste Bau, den wir in dieser Epoche des Denkmalbaues erstehen sehen, istdas 1002 aus den Trümmern der Burg Zehlum gegründete Kloster Zyfflich, dessen baulicheVollendung jedenfalls vor 1020 stattfand, indem der Gründer im genannten Jahre in derKirche begraben ward. Einige erhaltene Bogenstellungtn des Mittelschiffs mit einer Säulecorinthischen Capitäls antiker Formbildung machen eine dreischiffige Säulenbasilika massigenUmfanges wahrscheinlich. 81 Das zweite Baudaluni gewährt die ganz untergegangene 1010gegründete und 1040 geweihte Kirche zu Rees. 82 Die Neubauten der früheren Stiftungensind allgemein; man baute an der Martinskirche zu Emmerich, an der Crypta zu Essen(1051), an der zu Werden (1059); und der Neubau der Pfeilerbasilika Suitberls wird umdiese Zeit ebenfalls stattgefunden haben. 83 Die am Schlüsse des 11. Jahrhunderts allgemeinerwerdende Ueberwölbung der Schiffe ist am Niederrhein zuerst in der 1129 geweihten aufGewölbe berechneten Stiftskirche zu Eltenberg nachzuweisen. 84 Der ersle Bau des 1122

78. Der v. Quast hervorgehobene Dorismus der westlichen 3 Säulenpaare dieser Crypta und der Ver-gleich der andern mit den schon reicher ausgeführten in der Crypta zu Abdinghof, welche Mein-werk im Beginn des tl.Jahrh. hauen liess, setzen die Emmericher Crypta unzweifelhaft ins ersteJahrtausend. Die Beziehungen Meinwerks zu Emmerich durch das Erbe seiner Mutter Adelamachen es wahrscheinlich, dass er die Bündelsaulem in Abdinghof nach dem Motiv derjenigen zuEmmerich machen liess.

79. Die Pctcrscapelle bei Kempen wird auch als carolingische angeführt. Es ist ein einschiffiger Raum,flachgedeckt, das Mauerwerk angeblich ohne Fundamente, mit einer kleinen Absis aus dem 12.Jahrb. Mit Ausnahme des letzleren ist alles so einfach, arm und ohne bestimmten Charakter, dasses aus jeder Zeit sein könnte.

80. Mertcns: die Baukunst des Mittelalters 1851. 81. Ausser den angef. Stellen Dederich S. 278.

82. Der romanische Bau soll schon bedeutende gothische Umbauten erfahren haben. Zu den ange-

führten Stellen noch Dederich S. 229.

83. Diese Basilika kann um desswillen so ganz unbedeutend nicht gewesen sein, weil Carl d. Gr. denPapst Leo zur Verehrung und Erhebung der Reliquien des Suitbert denn die Heiligsprechungdurfte zu bezweifeln sein hierher führte. Surius, Mart. 1 p. 20 sq. Baronius ann. 804, III sq.Tom. XIII, p. 393 sq. 84. Siehe Eltenberg zu Tafel I. und Dederich S. 233 Anmerk. 2.