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1 = Abth. 1, Bildnerei (1857)
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XIV
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II. KUNSTIIISTORISCIIE ÜBEKSICIIT.

kleinen Orte Rindern und Aidlingen besitzen gegen 700 ebenfalls eine, Johannes dem Täufer,dem Pelrus und der Maria geweihte Basilika. Fast alle Mariinskirchen dürfen bei der ungeheurenVerehrung der Franken für jenen Heiligen diese Stiftungszeit in Anspruch nehmen. 72 Undnun traten ja vor unsern Augen Willibrord, Suitbert und Liutger auf, und gründeten Kir-chen zu Utrecht, Emmerich, Kaiserswerlh und Werden; Carl d. Gr. baute Pfalz und Gapellezu Nymwegen; Essen ward neben Wissel, Neuss und Gerreshcim gegründet; aus ihren Zer-störungen erfuhren wir von der im 9. Jahrhundert in Xanten bestehenden prachtvollen Vic-torskirche und einem Kloster in dem damals Biorzuna genannten Birten. Noch anderePfarrkirchen machen Anspruch auf eine so frühe Gründung; Eltenberg beschliesst ihre Zahl.Ausser dem Königshause zu Xanten und dem Palatium zu Nymwegen gab es noch die frän-kischen Burgen zu Munna, Gennep, Uplade und Friemersheim 73 mit hohen Thürmen undZinnen. So reich diese Bauperiode eines geringen Flächenraumes auch erscheint, so geringsind die Spuren, welche uns über ihren Charakter aufklären. Wir müssen vermulhen, dassTongern, als der früheste Nachbarsitz des Cbristenlhums, auch auf die frühesten Kirchen-haulen bestimmend wirkte. Wir wissen ferner, dass die Franken ihr Baumaterial den rö-mischen Trümmern entnahmen, somit vorzüglich Tuff verwandten, und dass sie, sich in roherWeise der römischen Kunstformen bemächtigend, nach dem Schema der Basilika bauten. 74Als Basiliken werden ja auch die Kirchen zu Birten, Aidlingen und Rindern in den Urkun-den bezeichnet; dass sie einfach waren, erweist die irrthümlich als Hälfte einer zerstörtenRotunde ausgegebene erhaltene Absis zu Rindern; 75 dass sie flach gedeckt sein musslen,bestimmt sich aus der spätem Entwicklung des Gewölbebaues, und dass der bauliche Schmucknoch sehr gering, unentwickelt und einfach blieb, geht theilweise aus der fränkischen Sittehervor, das Innere mit kostbaren, goldgestickten und edelsteinbesetzlen Teppichen ansehnlichzu machen. 76 Mit Notwendigkeit Avird es sich so mit den genannten Kirchenbauten ver-halten haben. Erst Carl d. Gr. brachte hierin eine Aenderung hervor, indem er den nachAachen verpflanzten ravennatischen Cenlralbau auch in seiner uns erhaltenen Hofcapelle zuNymwegen zur Anwendung brachte, und wie überhaupt Nymwegen als Kaiserresidenz nichtohne Einfluss auf die Cultur bleiben konnte, so sehen wir diese Bauweise am Schlüsse desJahrtausends noch in schöner Weise im Weslbau der Stiftskirche zu Essen zum Mustergenommen. 77

aus dem Zusammenhang hervor, in welchem er aut das in der Nahe befindliche Grab d. h. Victorübergeht. Die Kirche zu Birten ward im 16. Jahrh. vom Rheine verschlungen. Siehe Fiedler:Situationsplan zu Houbens Anliquarium.72. Bint. Erzd. I S. 25. Greg. v. Tours v. Ltibell S. 274. 73. Dederich S. 2S0.

74. Ueber die Basiliken des Gregor v. Tours. Siehe Sehnaase III., 483.

75. Schneider in d. Ann. d. bist. Ver. für d. Niederrhein, II. Jahrg. S. 38. Als Rotunde wäre dieseKirche sehr klein gewesen, und milsste dann als Taufkircbe ausgegeben werden. Abgesehen da-von, das die Bezeichnung der Urkunde Basilika dies gar nicht zulasst, sind auch Taufkirchen nurin Verbindung mit grösseren Pfarrkirchen nachgewiesen.

76. Biciron: Revue de l'Arch. 1841 p. 2S9 und die betr. Citate zu Tafel III.

77. \\ Quast in der Zeitschr. für chrisll. Archäologie I. S. 1.