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1 = Abth. 1, Bildnerei (1857)
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I. GESCHICHTLICHE ITiERSICHT DES CLEVISCHEN NIEDERRHEINS.

VII

des Vorigen Vetter (136894). Die Bischofslitel von Münster und Cöln hielten Adolf nichtab, Weihen und Würden mit Schwert und Kampf zu vertauschen 32 und gegebene Verspre-chen dein Ehrgeiz zu opfern. Denn allen Verträgen zuwider enlriss er nach seines älterenBruders Engelbert Tode dem Jüngern Dietrich die Mark, 33 und eine Reihe von 16 Kindernschien diese vermehrte Macht seinem Stamme dauernd bewahren zu sollen. 34 Wie halle sichdie Anschauung der Zeilen geändert! Die Bischöfe vertauschen ihre Gewände mit dem Schwerte,anstatt Abteien sehen wir den einst gewählten Erzbischof von Cöln zur Belustigung eineGeckengesellschafl gründen, einen Orden vom Rosscamp neben einer Rosenkranz-Bruder-schaft, Vereinigungen, die anderwärts höchst verpönt gewesen zu sein scheinen. 35 Der weib-liche Sinn verlangt schon praktischen Nutzen vom geistlichen Element; denn Adolfs Gemahlin,Margarethe, gründete wohl ein Stift zum h. Antonius zu Hau, allein es soll ein Erziehungs-institut der vornehmen Kinder sein.

Wie hätte ein neuer Herrscher anders als mit Fehden beginnen können! Nahmen siean Zahl zu, so auch an Charakter. Jene Schlacht bei Kellen um den Besitz von Kaisers-werlh und der Mark zeigt, wie sehr das schlichte Gefecht früherer Zeit schon den grossenSchlacht Charakter angenommen hat. Die Mark bleibt Cleve, und ausser reicher Beute sicherteine kaiserliche Heirath Adolf II. den Besitz von Kaiserswerlh. 30 Allein diese Fehden richtenweder Fürst noch Volk zu Grunde, weder die 26jährige gegen den Bruder Gerhard, die erstdurch dessen Tod erlosch, noch die berühmte Soester Fehde, an welcher Adolf II. SohnJohann mit päpstl. Erlaubniss gegen Cöln Theil nahm, 37 noch andere vermochten dies.Im Gegenlheil, Adolf II., dessen Glückstern in der Schlacht bei Kellen die ersten Strahlenwarf, sollte den Niederrhein zum Zenith seiner Entwickelung führen. Von Flandern kameinst der Gründer der clevischen Dynastie, von Burgund erhält sie eine neue Belebung, dieihren höchsten und letzten Glanz erzeugt.

Adolfs zweite Ehe mit Maria, Tochter Herzog Johanns von Burgund, ward jener neueBorn des Reichlhums und politischen Ansehens. 38 Mächtig und angesehen war das clevischeHaus immer gewesen; mehrmals trat es mit dem Kaiserhause in Verwandtschaft, war stetsin dessen Gunst, auch mit Frankreich hatte Cleve Bündnisse. 39 Allein der Reichthum, dieBildung und die Macht des burgundischen Hauses nahm damals die seltenste Höhe ein. DerKaiser Sigismund setzte dieser mächtigen Verbindung die Krone auf, indem er dem Grafen

32. Lac. III, 616. 706.

33. Lac. 111, 846. 95S. 963.

34. Lac. 111, 826.

35. Lac. III, 857. 864. Gert v. d. Schüren p. 137. Heinel p. 263 u. 266.

36. Lac. III, 976. 1030. 31. 39. 44. 46. 52. 65. 66. IV, 16. 22. 28. 33. 37. 43.

37. Fehde mit Gehlem: Lac. III, 1002 mit Gerhard: Lac. IV, 53, 76. 77. 129. 148. 159. 68. 69.

72. 84. Soester Fehde: Gerl v. d. Schüren p. 206.

38. Lac. IV, 41. Grosse Summen und die Herrschaft YVinnendal hrachte die Braut zur Morgengahe.

39. Lac. IV, 8 u. 102.