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1 = Abth. 1, Bildnerei (1857)
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I. GESCHICHTLICHE ÜBERSICHT DES CLEVISCHEN NIEDERRHEINS.

kischen Stadt. Auch das Nibelungenlied lässt König Sigmund und seine Gemahlin Sigelindein Xanten residiren. Mit der festeren Gestaltung des Frankenreichs beginnt die Einführungdes Christenthums, welches schnell seine weltbesiegende Kraft bewährte.

Die Geschichte des Niederrheins von der römischen Herrschaft ab bis zu seiner Ein-verleibung in die preussische Monarchie hat zwei sich auf den ersten Blick herausstellendeHöhepunkte. Die eine umfasst die Aufnahme und Fortführung des Christen-thums bis zum zwölften Jahrhundert, die andere Cleve's Aufschwung durchdas Verhältniss zu Burgund im fünfzehnten Jahrhundert.

ERSTE EPOCHE.

Schon vor Constantin konnte es nicht ausgeblieben sein, dass auch in den rheini-schen Legionen der christliche Glaube einzelne Bekenner zählte; ward er im dritten Jahr-hundert unter Diocletian und Julian zurückgedrängt, so weihte dafür in Folge dessen dasMärtyrerblut der thebäischen Legion die Fluren. Das benachbarte Tongern, als Bischofssitzbereits im vierten Jahrhundert beglaubigt, wird sicher bis zum Bhcine hin gewirkt haben.Martin von Tours durcheilte darauf die Bheinlande, um zu Ehren des christlichen Gottesdie Idole der Götter zu stürzen, und 496 folgt die Taufe Chlodwigs und der Masse derFranken. 9 Xanten, der Marterort der Thebäer und Königssitz der Nibelungen, darf auchunbezeugt als Vorort christlicher Verehrung genannt werden. Urkundlich bezeugen sich vor700 schon die Kirchen zu Rindern und Millingen l0 , und um dieselbe Zeit kommt der grosseAngelsachse Willibrod, der erste Bischof von Utrecht, an den Rhein und bekehrt zu beidenSeiten die Heiden, gründet die Martinskirchen zu Utrecht und Emmerich, nebst vielen andern. 11Ja alle Mariinskirchen dürfen bei der Verehrung der Franken für diesen Heiligen eine gleicheGründungszeit beanspruchen. Suilberlus, der grosse Missionär, stiftete Kaiserswerth zur selbenZeit, und Luidger, der Gründer der Reichsabtei Werden, beendet das Werk der Mission. 12Wir stehen in der grossen Culturepoche Carl des Grossen.

Freilich waren unter ihm die Verhältnisse bereits geordneter, die äusseren Feindebezwungen, die Sitten gemildert, und die allgemeine Cultur durch das Christenthum gesichert,Verhältnisse, welche um so mehr auch auf diesen Landeslhcil ihren Eiufluss üblen, als hierNymwegen lag, die vom Kaiser oft besuchte Pfalz. Aber die Nachfolger des grossen Carlzeigten sich so unfähig, das Begonnene nur zu erhalten, dass einestheils das stets sichwiederholende Eindringen der Normannen, aus deren Zerstörungen wir erst das Vorhanden-sein der S. Victorskirche zu Xanten und des Klosters Biorzuna im nahen Birten erfahren, 13

9. Retlberg: Deutsche Kirchengeschichte I. p. 94 und 204.

10. Bint. Codex Nr. 2.

11. Text zu Taf. III.

12. Lac. I, 225. Rettberg II. p. 421 und 423.

13. An. Xant. ad ann. 864. apud Perlz II. p. 231. An. Fühl, ad ann. 880. I. p. 394. 96. 402.Ein oppidum ßertunense und eine Basilica daselbst: Greg. v. Tours Glor. Marl. c. 63. Der Geo-graf von Ravenna nennt den Ort Beurlina.

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