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setzte Ivo mit solchem Erfolge fort, class er derartigen Aufträgen einereich niessende Einnahmequelle verdankte und sein Geschäft zur pri-vilegirten Reichsdruckerei ausbildete. Manche in die Geschichte desdeutschen Reichs tief einschneidende kaiserliche Verordnung und Hand-lung der deutschen Reichstände verdanken wir in ersten Auflagen derDruckerei Ivo Schoeffers, was seinem Wirken allein schon eine histo-rische Bedeutung beilegt. Sodann behielt Ivo die Richtung des Ge-schäfts als amtlicher Buchdrucker des Mainzer Domcapitels bei, wennsich hierin auch zeitweise Schwankungen zeigten und druckte amtlichePublicationen des Mainzer Kurfürsten und des Domcapitels, darunterdie Untergerichtsordnungen und Hofgerichtsordnungen. Die Zeit derliturgischen Drucke für das Erzstift Mainz war zwar vorbei, da diereichen Auflagen solcher Bücher unter Johann Schoeffer den Stifts-und Pfarrclerus wohl versehen, doch blieb für sonstige Verlagsartikel:Synodalstatuten, Katechismen etc. auch jetzt noch viel zu thun übrig.
Die Mainzer Hochschule erfreute sich als katholisches Bollwerkgegen den Protestantismus um 1531— 1555 einer hohen Blüthe; ein-heimische wie fremde dort wirkende Lehrer wie auch Schriftstellerlieferten eine Anzahl Lehrbücher für die Hochschule und die damitverbundene Vorschule, das Gymnasium. Fast alle diese geistigen Er-zeugnisse fanden ihren Verlag bei Ivo Schoeffer. Aus beiden Ver-hältnissen, dem zum Mainzer Kurhofe und dem zur Universität, bildetensich die Anfänge einer privilegirten kurfürstlich Mainzer Hof- undUniversitätsbuchdruckerei heran. Diese drei Richtungen, die Reichs-,Hofs- und Universitätsbuchdruckerei sicherten allein durch die perio-disch eintretenden Aufträge die Lebensfähigkeit des SchoefferschenGeschäfts. Ivo kann mithin in vollem Rechte als Hauptbegründer derbis zum Ende des Mainzer Kurstaats bestandenen Hof- und Univer-sitätsbuchdruckerei bezeichnet werden.
Im grossen Ganzen ist Ivo Schoeffers Thätigkeit als Privatverlageine Fortsetzung des Wirkens Johann Schoeffers. Manche von diesemverlegte Werke erschienen bei Ivo in neuen Auflagen, darunter dasneue Testament des Erasmus von Roterdam, der deutsche Livius, derdeutsche Celsus, Caesar und Frontinus, Ausgaben des Justinian, Ayma-rus Rivallius, das deutsche Lehenrecht, der Florus etc. Aber auchNeues schuf Ivo Schoeffer. Die volksthümliche Literatur verdankt ihmzwei ziemlich gut illustrirte Ausgaben der Wickram'schen Uebersetzungder Metamorphosen Ovids, einen deutschen Tacitus und andere Ueber-setzungen römischer Classiker, eine deutsche Zeitung und eine populäreSchrift des Verlegers Johann Ilaselberg von Reichenau. Eine Haupt-thätigkeit Ivo's bestand, wie bereits angedeutet, in der Herstellunglateinischer Classiker nach dem Vorbilde der netten Ausgabe des Aldus,lateinischer Schulbücher und sonstiger gelehrter Hülfsmittel für denhöheren Unterricht. Seine Ausgaben des Florus, Valerius Maximusund Aesop sind handlich, nett und gut gedruckt und erfreuten sichbei correcten Texten und hinreichendem kritischen Apparat einer grossen
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