— 159 —
1553 zu Stern „den Ehrengeachten und Kunstliebendeu Meister MichelCappen Feldtrummeter, Wendeln Schärer Feldtpfyffer und SigfridenApiario genannt Biner synem Sun, diser zyt am Stadtpfyffer dienst,und uff dissmal all diener der Loblichen Statt Bern, Wünscht MathiasApiarius Buchdrucker daselbst gnad und frid durch Christum unsernHerren" des Johannes Wannemacher (Vannius) Ausgabe der Biciniasive duo germanica ad aequales. Tütsche Psalmen vnd andre Lieder,die er 1553 zu Bern druckte. 1 ) Ausserdem lieferte Apiarius einenDruck: Niger, geschieht von Fanino von Fauentia, vnd Dominico vonBasana. Bern, Matthias Biener 1552. Quarto. 2 ) Auch des ApiariusDruckermarke, ein Bär, welcher nach dem Bienenkorb greift, 3 ) hatnichts Bienenväterliches, sondern bezeichnet einen nach den BienenHaschenden, einen Biener. 4 ) Damit sei der Name „Bienenvater",welcher sich überall, sogar noch in Kapp, Geschichte des deutschenBuchhandels I, 91, 248 und 826 breit rnacht, zu Grabe getragen unddem Richtigen: „Biener" zu seinem Rechte verholfen.
Die älteste Notiz über Apiarius findet sich in Leu's Lexicon I, 246,wonach er der erste Buchdrucker der Stadt Bern war, sein erstes Werk(überhaupt, aber nicht zu Bern!) 1530 druckte, worauf sein Sohn Sa-muel von 1550 an die Buchdruckerei zu Bern fortsetzte. Diese theil-weise richtige Angabe hat eine heillose Verwirrung in der Literaturangerichtet, indem Apiarius von 1531 (statt 1530 nach Leu!) zu Berngedruckt haben soll. 6 ) Diese Angabe ist falsch, wurde aber nachFalkenstein, Geschichte der Buchdruckerkunst, überall nachgeschrieben,bis Fetscherin in der historischen Zeitung 1853 S. 76 den Nachweislieferte, dass Apiarius 1537 als Buchdrucker von Strassburg nach Bernberufen ward. 6 ) Dort lieferte er 1537 seinen ersten Berner Druck.'')
1) Publication der Gesellschaft für Musikforschung IV (1876) S. 87 und88. — Monatshefte für Musikgeschichte VIII (1876) S. 101—102, woselbstdesApiarius Vorwort abgedruckt ist.
2) Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels IV, S. 32. DasBuch selbst befindet sich wohl zu Lucern.
3) Kapp, Geschichte des deutschen Buchhandels I. 826. Am Boden be-findet sich eine aufgeschlagene Bibel, deren Druck wie Waben gebildet ist,an denen Bienen naschen, vgl. ebendaselbst I, S. 248.
4) Bereits bemerkt im Archiv tür Geschichte des deutschen Buch-handels IV, S. 31.
5) Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels IV, S. 29, woselbstdie Stelle wörtlich abgedruckt.
6) Ebendaselbst IV, 29, 309. Kapp, Geschichte des deutschen Buch-handels I, S. 92 lässt den Apiarius fälschlich bis 1539 in Strassburg drucken.Das im Archiv IV, 309 erwähnte Berner Taschenbuch 1880, welches Detailsüber diese Berufung enthalten soll, steht mir nicht zur Verfügimg. DassOecolampadius die Berufung des Apiarius nach Bern veranlasste, ist jeden-falls falsch, derselbe war 1537 längst todt, wohl aber kann dieses auf Be-treiben Bucers und Capito's geschehen sein.
7) Listenius Nicolaus rudimenta musicae in gratiam studiosae iuventutisdiligenter comportata. Am Ende: BERNAE IIELVET: PER MATHIAN (!)APIARIVM . | 1537. Kleinoctavo. Exemplar Mainz Stadtbibliothek, vgl. Mo-natshefte für Musikgeschichte XXI (1889), S. 29.
159