Druckschrift 
Die Mainzer Buchdruckerfamilie Schoeffer waehrend des 16. Jahrhunderts und deren Erzeugnisse zu Mainz, Worms, Strassburg und Venedig : enthaltend d. Drucke d. Johann Schoeffer 1503 - 1531, d. Peter Schoeffer d. Juengeren 1508 - 1542 u. d. Jvo Schoeffer 1531 - 1555
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§ 7. Peter Schoeffer als Drucker von Musikalien.

Ottaviano dei Petmcci geboren 1466 zu Fossombrone erfand dieKunst, Musikalien mit beweglichen Typen zu drucken und lieferte inVenedig seit 1502 und seit 1513 in Fossombrone bis 1523 Musik-drucke, welche auf diese Weise hergestellt meist Messen und Motettenenthaltend, die Bewunderung der Musiker und die Nachahmung derTypographen herausforderten.! 1 ) Trotzdem das Verfahren ein schützen-des Privileg besass, blieb dasselbe kein Geheimniss oder ward inseinem Wesen erkannt und nachgeahmt. Erhard Oeglin in Augsburgdruckte 1507 bereits mit Musiktypen, ihm folgte 1512 Peter Schoefferzu Mainz. Beide sind die ersten Musiktypographen Deutschlands. InItalien folgten die Junta in Rom, Anton Blado zu Rom um 1530 undAnton Gardano zu Venedig nach, aber immerhin ward noch dergrösste Theil der Musikdrucke besonders vereinzelte Stellen auf demWege des Holzschnittes hergestellt. Wie Peter Schoeffer hinter dasGeheimniss des Notendrucks kam, ob ihm Arbeiter, die für Petmccigewirkt, dasselbe mittheilten, er dasselbe durch seine Beziehungen zuitalienischen Musikern erfuhr, oder durch Oeglins Arbeiter kennenlernte, bleibt noch zu untersuchen. So viel steht fest, dass er einerder ersten deutschen Notentypographen war, weit und breit zur Druck-legung von Musikalien gesucht und geschätzt war, mit Männern wieSchlick, Walther, Froschius und Anderen in Verbindung trat, wie ihm auchJohann Thurmair, genannt Aventinus, das ehrende Zeugniss als Typo-graph hervorragender Leistungen ausstellte, was jedenfalls auf dessenKenntniss der Musikaliendrucke Peter Schoeffers beruhen dürfte. 2 )Technisch brach Peter Schoeffer, der so recht geeignet war, ein ge-diegener Musikalientypograph zu werden, da ihn die Liebe zur Musikdazu machte, mit der alten Notation der Hufeisennoten und führte dienota figuralis, die Cölner oder deutsche Notirungsweise in dem Druckeein. Er ist somit auch hierin Begründer einer neuen Richtung. Ein-zelne Details über seine Druckart auch bei Beschreibung der einzelnenMusikdrucke Peter Schoeffers des Jüngeren.

1) Ueber ihn Schund, Ottaviano dei Petmcci, der erste Erfinder desMusiknotendracks mit beweglichen Metalltypen. Wien 1S45.

2) Jo. Aventim annaliuni Boicorum libriVII. Basel 1615. Folio. S. 1512:Nunc vero in Germania Basileae Joannes Frobenius, Hagenoiae Thomas Ans-helmus, Argentorati Matthias Schurerius, Mogontiaci Petrus Schofferius neposex filia authoris hujus inventi alii item alüs Germaniae civitatibus quotquotubicunque ante fuerunt, et adhuc sunt superant longo intervallo post se reli-quunt. Des Aventinus umsicae rudimenta erschienen 1516 bei Miller in Augs-burg. Neuabdruck in: Johannes Aventins kleinere historische philosophischeSchriften. München 1881. S. 582 f. Verfasser dieser Schrift ist Aventinusselbst, nicht Nicolaus Faber. Die Correspondenz Aventins bietet keine An-haltepuncte für den Verkehr desselben mit Peter Schoeffer dem Jüngeren.

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