Druckschrift 
Die Mainzer Buchdruckerfamilie Schoeffer waehrend des 16. Jahrhunderts und deren Erzeugnisse zu Mainz, Worms, Strassburg und Venedig : enthaltend d. Drucke d. Johann Schoeffer 1503 - 1531, d. Peter Schoeffer d. Juengeren 1508 - 1542 u. d. Jvo Schoeffer 1531 - 1555
Entstehung
Seite
116
Einzelbild herunterladen
 

116

Denk, Ludwig Hetzer und Kingk hatten in Worms und dessen Um-gegend gegen 25 Personen im Alter von 25 65 Jahren wiederge-tauft. 1 ) Im Jahre 1527 verbot der Wormser Kath dem Prediger Kautzdie Predigt, worüber das Volk empört ward. 2 ) In Folge dieser Zwis-tigkeiten wurden die lutherischen Prediger aus Worms entfernt, da siedas Volk verwirrten und die Sacramente verwarfen. a ) Hetzer undDenk weilten damals in Worms, da Ersterer die Vorrede seiner Pro-phetenübersetzung Worms 3. April 1527 datirte. 4 )

§ 3. Peter Schoeffer der Jüngere zu Strassburg.

Im Jahre 1530 begründete Peter Schoeffer II. ein Geschäft zuStrassburg im Elsass. Er heirathete dort die Anna Pfintzorin, um indie Zunft zu kommen. Das Strassburger Bürgerbuch im Stadtarchivezu Strassburg sagt:Peter Scheffer, Buchdrucker von Mentz, hat dazburgrecht empfangen von Anna Pfintzerin weil. Blasi Wechters deskurszners seligen wittwe, seiner Hauszfrauw, und dient zur stcltzen.Actum Zinstag nach Lucie Anno :c. 29." 5 ) In Strassburg trat PeterSchoeffer mit dem Buchdrucker Johann Apronianns 6 ) in Verbindung

1) Der Katholik, Jahrgang 1882 Heft I, S. 626.

2) Tagebuch des Canonicus Wolfgang Königstein am Liebfrauenstiftzu Frankfurt a. Main ed. Steitz. Frankfurt a. M. 1876. S. 1 1 9.

.')) Ebendaselbst S. 120. So diese Quelle. Nach anderer Angabe hattensich die Wiedertäufer von Strassburg aus nach Worms verbreitet, Kautz,damals der erste und angesehenste Geistliehe der Stadt Worms ward fürihre Sache gewonnen und veranlasste den Uebertritt seines AmtsgenossenHilarius, der sich Einfluss und Anhang bei den Bürgern verschaffte und sostark ward, dass er den Lutheranern trotzen konnte. Anfangs Jmii 1527veröffentlichte Kautz sieben Thesen seiner Lehren, die lutherischen Geist-lichen Preu und Freiherr antworteten, es kam zwar nicht zum Ausbruch vonThätlichkeiten, aber der Eath wies Wiedertäufer wie lutherische Geistlicheaus der Stadt. (Theologische Studien und Kritiken 1858 S. 839.)

4) Urkundliches Material über Peter Schoeffers Auftreten in Wormsist weder in dem Wormser Stadtarchive noch in den Sammlungen des Pau-lusmuseums nach von dort erhaltener Mittheilung vorhanden. Die Stätte seinerDruckerei in Worms lässt sich nicht mehr feststellen.

5) Mittheilungen des Strassburger Stadtarchivs vom 16. April 1891.

6) Ueber Johann Apronianus ist wenig bekannt. Das Archiv für Ge-schichte des deutschen Buchhandels behandelt denselben nach den Collec-taneen des Strassburger Buchdruckers Heitz (IV, 2930). Diese Angabenbedürfen jedoch als ein Chaos der kritischen Sichtung, da dort der JohannApianus mit Johann Schweintzer, der Johann Apronianus mit Matthias Apia-rius zusammengeworfen und verwechselt wird. Ich ordne dieses Chaos also:

No. I. Jean Apianus ou Schweintzer ist Verwechselung des JohannApronianus, welcher 15301531 in Strassburg druckte, mit Matthias Apiarius.

No. 2. Ist eine Vermengung des Johann (nicht Matthias) Schweintzer,bei dem Peter Schoeffer 1531 das Visirbuch herausgab, mit Matthias Apianusdem Mathematiker und Astronom.

No. 34 ist richtig für Matthias und Samuel Apiarius.

No. 5-6 bleibt zweifelhaft.

No. 7 (15301535; ist richtig.

No. 89 bleibt Verwechselung von Johann Schweintzer mit M. Apia-rius. Dass Johann Apronianus und Johann Schweintzer eine Persönlichkeit

116