8 Manitius
Anfang einer Vergilhandschrift mit Serviuseommentar befand sichSerenus Sammonicus (503 habens in principio Q,. Serenum). End-lich hatte man den Claudianus (552 Claudianus de consulatibusversiflce). Man erkennt hieraus den bedeutenden Eeichthum diesesKlosters an Handschriften der classischen und der späteren Li-teratur K
Längst bekannt sind die grossen Schätze von Bobio, Lorschund Corbie und an die Seite dieser Bibliotheken stellen sich fastebenbürtig die Sammlungen von S. Amand, von Limoges, Bam-berg, Canterbury u. a. Ganz allgemeinhin betrachtet ergiebtsich ein grosser nationaler Unterschied in der Bedeutung deralten Verzeichnisse. Nämlich die Bibliotheken des mittelalter-lichen Italiens treten bis zum 14. Jahrhundert weit hinter die-jenigen Frankreichs und Deutschlands zurück. Wenn sich auchdie italienischen Humanisten über den Zustand der Büchereienin Deutschland heftig ereifert haben , es waren doch in unsernalten Klöstern reiche Schätze an Büchern vorhanden, die ebenden Italienern ganz fehlten. Die Fürsorge Karls des Grossenund des sächsischen Kaiserhauses hat in Italien weit wenigerFrüchte getragen, als in Ost- und Westfranken und sicher sinddie Italiener des früheren Mittelalters nicht daran schuld , dassein so grosser Theil der classischen Literatur auf uns gekommenist. Denn die Kataloge italienischer Klöster und Kirchen sindbeispiellos arm an Schriften altrömischer Autoren, Spanien stehtin dieser Beziehung viel höher. Unstreitig lassen die alten Grenz-lande romanischer und germanischer Welt, das Khöne-, Mosel-und Maasgebiet die ausgebreitetste Beschäftigung mit den Werkendes Alterthums erkennen. Von dort aus ist der wissenschaftlicheGeist nach Westen wie nach Osten weiter vorgedrungen, und sohaben wir in Frankreich und Deutschland 2 die wichtigsten Stättender antiken Ueberlieferung überhaupt.
1 Unter 2, 97 p. 483 aus dem Jahre 1252 findet sich 'Heri, li-brum Boecii ad Su'nniatum'. Beide Namen begleitet der Herausgebermit einem Fragezeichen. Doch die Angabe hat seine Kichtigkeit, nurist statt Sunniatum Simmatum (= Symmachum) zu lesen; die Schriftist nämlich de trinitate.
2 Deutschland rechne ich hier stets (und auch im folgenden) inseinem vollen mittelalterlichen Umfange, so dass die Niederlande, Loth-ringen und die Schweiz inbegriffen sind; ausserdem sind Polen undUngarn dazu gerechnet.