Druckschrift 
Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
X
Einzelbild herunterladen
 

machen, umsomehr, wenn ich es versäumt habe solchen Aufstellungen, nurweil ich ihre Wiedererstehung für wissenschaftlich undenkbar hielt, von vorn-herein vorzubeugen. So z. B., wenn ein fleissiger und tüchtiger Gelehrter,E. Krüger, dem ich die Berichtigung einiger nebenbei erwähnter Familien-zusammenhänge aufrichtig danke und der das grösste Verdienst um die Auf-hellung der Habsburgerherkunft hat, mit überraschendem Mangel an historisch-kritischer Feinfühligkeit es für möglich hält, dass eineum 1050" (früher!)geschriebene, aber nur in viel späterer völliger Umgestaltung und Durch-glossierung erhaltene Quelle in ihrer zu reconstruierenden ursprünglichenFassung die Worte: comes Landoldus de Zaeringen, avusBerchloldi comi-tis de Zaeringen enthalten haben könne, und auf diese in Namensformen,Titulatur und Ausführlichkeit für Klosterannalen des früheren 11. Jahrhun-dert gleich unmögliche vermeintliche Stelle eine ganze Theorie über die Ab-stammung des Zähringerhauses aufbaut, die mit allem, was über dasGeschlecht selbst und seinen Namenvon Zähringen" in Nachrichten undTatsachen festgestellt werden konnte, in gröbstem sachlichem Widerspruchsteht, aber trotzdem Anhänger oder richtiger Gönner gefunden hat. Dieausführliche Begründung meiner ablehnenden Haltung hoffe ich baldigst zuveröffentlichen.

Im Uebrigen kann ich freilich nicht verbürgen, mich in Zukunft ängst-lich in den Schranken eines correcten Localhistorikers zu halten. DieserAusdruck mag damit entschuldigt werden, dass es offenbar hier und da ver-wundertes Schütteln des Kopfes verursacht hat, aus der GHZ. zu ersehen,dass die Herzoge gar bedeutendes und vieles in den Angelegenheiten desReiches und der Kirche zu tun gehabt haben, so dass, ohne dass auch nurfür eine Zeile die concrete zähringische Politik aus den Augen verlorenwird, doch zwei Jahrhunderte deutscher Geschichte durch che GHZ. sichmit hindurch ziehen. Der mitarbeitenden Kritik und Forschung würde ich,etwas egoistisch zwar, vor allen Dingen gerne den speciellen Ausbau und die"Verbesserung der rein territorialen und localen Abschnitte des Buches über-lassen. Denn gerade che mikroskopische Erforschung des zähringischenLandbesitzes wird wol stets nur durch che mühsame gemeinschaftliche Arbeiteinzelner Forscher möglich sein, che je ein Teilgebiet bis auf die einzelnenDörfer und Fluren topographisch und historisch genauer kennen und denenauch bequem und dauernd die localen Materiahen nebst Lagerbüchern u. s. w.