Mit der Vertretung der badischen Landesgeschichte und der archivali-schen Hilfswissenschaften an der Universität Freiburg beauftragt, darf ichdas vorliegende kleine Heft, dessen Inhalt jenen beiden Fächern gemeinsamangehört, zu meiner herzlich empfundenen Freude als eine bescheidene Fest-gabe zu dem frohen Tage des vierzigjährigen Regierungsjubiläums SeinerKöniglichen Hoheit des Grossherzogs Friedrich darbringen, der seine hoheAnteilnahme an der Pflege badischer Geschichte und Heimatkunde und anden Arbeiten und Ergebnissen über die zähringischen Herzoge mehrfach ingnädigster Weise zu erkennen gegeben hat.
Dem Publicum wird das Heft, so hoffe ich, eine nicht unwillkommeneErgänzung zu meinem Buche über die Geschichte der Herzoge von Zähringen(Freiburg, Mohr, 1891) sein, da manche Teile und Ergebnisse daraus erstdurch das Nachfolgende ihre bequemen Belege und eine nähere Veranschau-lichung erhalten. Am leichtesten werden vielleicht die Abbildungen beachtetwerden, welche verdeutlichen, dass von einem „zähringischen Löwen" hinfortgeschichtlich nicht mehr die Rede sein kann, sondern dass die Herzoge,deren Geschlecht an sich hoch in das Alter hinaufragt, da noch keine Fürsten-wappen geführt wurden, in jüngerer Zeit, nämlich gegen Ende des 12. Jahr-hunderts, nachdem sie inzwischen die kStatthalter des Reiches in Burgundgeworden waren, den Reichsadler als Wappen nach der allmählich auf-kommenden Sitte der Zeit in Schild und Siegel angenommen haben. Es hegtfür uns ein eigentümhches, stolzes und freudiges Gedenken gerade in diesemzähringischen Wappenbilde und sicherlich werden noch Manche die — ichmöchte sagen — patriotische Genugtuung teilen, die darüber empfundenwerden kann, dass der Aar des Reiches, dessen Schwingen in unseren Tagenin der ersten Reihe der Führer Deutschlands zur Einheit stehend Gross-herzog Friedrich von Neuem über alles deutsche Land sich hat entfaltenlassen, dereinst schon zu der Hohenstaufen glanzvoller Ritter- und Kaiser-zeit aus dem Schilde der herzoglichen Vorfahren des Hauses von Zähringen