Vit
auch zu dem Siegel Herzog Konrads von Zähringen, von dem unten auf S. 4eine Abbildung gegeben wird, passt.
Ein zähringisches Urkundenbuch ist in einer sachkundigen Besprechungder GHZ. und in verschiedenen freundlichen Zuschriften als wünschenswertund willkommen bezeichnet worden; es fragte sich nur, wie dabei dessen Artund Einrichtung gedacht war. Es wäre ja erstens möglich gewesen, einevollständige Codificierung aller sich auf die Herzoge und ihr Haus beziehen-den oder sie irgendwie, z. B. als Zeugen, nennenden Urkunden, Inschriften,Stellen aus Annalen, Chroniken, Streitschriften u. s. w. zu veranstalten,was mindestens einen Quartband von bedrohlicher Dicke ergeben hätte. Obeine solche Vereinigung von lauter sonst schon gedrucktem und zudem schonausgenütztem Material ein wissenschaftliches Bedürfnis ist, wird abzuwartensein. Auch die zweite mögliche Veranstaltung, nämlich eine Aneinander-reihung von Regesten zur Geschichte der Herzoge, glaube ich durch dasdarstellende Buch schon überwunden zu haben 1 , zumal einer solchen derobjective Wert jener Codification doch wieder fehlen würde. So schien essich denn zu empfehlen, die dritte Möglichkeit aufzunehmen und eine Aus-wahl aus dem Quellenstoffe zu veranstalten, die speciell die in etwaserweitertem Sinne als „zähringische Urkunden" zu bezeichnenden Stückezusammenstellt; damit glaube ich zugleich der bestimmteren Absicht der er-wähnten Wünsche wirklich zu entsprechen. Zunächst sind im Nachfolgendendie im Namen der Herzoge ausgestellten wirklichen Urkunden, soweit sieerhalten sind, sämtlich abgedruckt. Indessen der Stoff führt in die Zeithinauf, wo das Urkundenwesen der Laienfürsten noch in den Windeln lag;die Herzoge besiegelten (und vollzogen dadurch oder halfen vollziehen) zu-weilen auch solche Urkunden, die nicht ausdrücklich oder gar nicht in ihremNamen ausgestellt waren. Da ich es nun bei diesem Heftchen, schon imInteresse der persönlichen Freunde der Zähringergeschichte, gerade auch aufeine vollständige Vorführung der zähringischen Siegel abgesehen hatte, sindauch die Urkunden dieser zweiten Gattung mit aufgenommen worden. Fernerist ein Stück (Nr. 1) beigefügt worden, das zwar die Herzoge gar nicht, nur
1 Sie wäre nur dazu bequem, schon ein paar Verbesserungen und kleine Nach-träge zu bringen, die aber auch anderweitig gegeben werden können. So habe ich z. B.fibersehen, dass die Urkunde Kaiser Heinrichs IV von 1065, Mai 22, den Herzog Bertold I,wenn auch nicht als am Hoflager anwesend, und ein Beichslehn von ihm erwähnt.