Druckschrift 
Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
485
Einzelbild herunterladen
 

Bertold's V Gemahlin. 485

wurde, bleibt ungewiss, jedenfalls erst geraume Zeit nach der Lösung desVerlöbnisses mit Ida von Boulogne 1449 . Die Quellen finden während ihrerganzen Ehe mit Bertold keine Gelegenheit, sie zu erwähnen, die altenGenealogien des Zähringerhauses und die Wohlthäterlisten der Klösterschweigen von ihr, und kein schwäbisches Todtenbuch hat ihren späterenTod verzeichnet.

Erst nach ihres mächtigen Gemahls Tode hat ihr trauriges Geschickdie Herzogswittwe in die Oeffentlichkeit gerückt. Der Herzog hatte ihr alsMorgengabe das Schloss Burgdorf und andere Güter zugesichert, die nunihr Wittwengut wurden. Möglicherweise war unter diesen anderen, nichtgenannten Gütern Rheinfelden, denn eine Notiz besagt, sie habe i. J. 1219und zwar als Gemahlin des Grafen Eberhard von Kirchberg ihre von demHerzog herrührenden Morgengabgüter Burgdorf und Rheinfelden an GrafEgeno (V) von Urach für 1500 Mark Silbers überlassen 1450 . "Wenn dasrichtig ist, muss diese sonderbare Ehe (ein Eberhard von Kirchberg trittwenigstens erst in den Jahren 12541268 hervor 1451 , so dass er 1219ganz jung gewesen sein oder ein sonst unbekannter Kirchberger dieses Namensin Frage stehen müsste) bald aufgelöst sein, da dementia danach ohne denTitel einer Gräfin von Kirchberg nur alsvormalige Herzogin von Zähringen"erscheint und ihr Vater ihr Mundwalt ist; andererseits hatte Egeno, wie wirferner sehen werden, Burgdorf und Zubehör nach 1219 nicht in Besitz.

touchant Beatrix comtesse de Chalon [an der Saone] Dijon 1656. 4". Die uxoresfabulosaeBertold's V, Gräfinnen von Vohburg und Kyburg, weist schon Schöpflin 1 161 ff. mit Rechtzurück, zweifelt aber auch die Verbindung mit Ida von Boulogne an, mit der Bertoldmindestens verlobt war, was Schöpflin wegen Nichtbeachtung der oben S. 411 herbei-gezogenen Quellen nicht wissen konnte.

liw Denn 1235 ist (B.-F. 2101) ihr Vater Stephan noch ein Mann von Reisefähigkeit,also anscheinend befriedigender Rüstigkeit, so dass der Altersverhältnisse wegen dieHeirathsfähigkeit Clementia's nicht gut über den Beginn des 13. Jahrh. hinaufgerücktwerden kann. Sonst sind nur die Anhaltspuncte noch, dass Bertold's V Sohn Bertold 1208nicht vorhanden, auch 1198 nicht in einem Alter am Leben war, dass er hätte vergeisseltwerden können, und ferner die zweifelhafte Nachricht, dass dementia 1219 eine neue Ehegeschlossen habe.

i45o ^] g Innsbrucker Archivnotiz mitgetheilt von Kopp, Geschichtsblätter aus derSchweiz, 2 Bde. 185456, I 64 (danach auch FUB. I 89). Die Urk. selbst fand Kopp wederin Innsbruck noch in Wien und fragte vergeblich bei Mone und Stäün an. Es könnte fürdie Richtigkeit sprechen, was bisher, soviel ich sehe, in diesem Zusammenhange übersehenwurde, dass die Grafen von Kirchberg in der That in der Nähe von Innsbruck begütertwaren, vgl. Chr. Er. Stalin II 411 zu Mon. Boica XXX 336, also in der That leicht irgendein Actenstück nach Innsbruck gelangen konnte. Ferner muss beachtet werden, dassdie Grafen von Kirchberg nicht bloss in den Ostgegenden begütert waren, sondern noch im14. Jahrhundert auch bei Schaff hausen Interessen hatten, vgl. Fickler, Quellen undForschungen S. 104.

""Chr. Fr. Stalin II 411 f.