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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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483
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Angebliche Ermordung seiner Söhne. 483

wurde, wird die Sage nach Solothurn gezogen, ja vielleicht selber überhaupterst aus dem einen Knaben deren zwei gemacht haben.

Fast scheint es, als ob für Bertold V die immer erneuten Erfahrungenseines Vaters die Veranlassung gewesen seien, die ihn selber andere "Wegeeinschlagen Hess. Wenn Jener sich fortwährend und stets auf's Neue vertrauendin die Reichsangelegenheiten wirft und Rath, Thatkraft und Tapferkeit inerster Linie für sie einsetzt, beschränkt sich der Sohn in vorsichtiger, zögernder"Weise auf das Unvermeidliche. Daher unter ihm die nach Aussen gleichförmige,in sich befriedigte Fortentwicklung der eigenen Landesherrschaft gegenüberdem ungeheuren Hin- und Herschwanken unter Bertold IV. Als Herzogführt Bertold V ein straffes, umsichtiges Regiment, dessen gefürchtete Strengewohl zuweilen nicht ohne Härten gewesen ist-, den Aufstand am Anfangeseiner Regierung wirft er mit Kraft nieder und verhehlt seinen Stolz überden Sieg der Mit- und Nachwelt nicht. Seinen Besitz und seine Einnahmenzu mehren ist er wohlbedacht, hält jedoch nicht ängstlich an sich und giebtschon bei Lebzeiten an seine Verwandten dahin, von denen ihm die Urachervielleicht nicht allzeit Freude bereitet haben. Zu dem Bilde des in Freudean weltlichem Sang und Lied auf dem Freiburger Schlosse Hof haltendenHerzogSj das der Thenenbacher erschaut, passt es vortrefflich, wenn wir ihnden Namen der Stadt des Recken Dietrich, seinem eigenen Geschlechteso erinnerungsvoll, den Namen Berns, von dem der Dichtermund der Zeit-genossen sang, erneuern sehen, wenn wir ferner erfahren, dass in seinemAuftrage Bertold von Herbolzheim 1US ein uns verschollenes Lied vonden Thaten des grossen Alexander gedichtet hat, dessen der bekannte Ver-fasser eines späteren Alexanderliedes, Rudolf von Hohen-Ems, mit denWorten gedenkt:

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33on ^erboljbeim her Söerbtolt.So hat die nach dem Schlummer des elften Jahrhunderts im zwölften zureichem neuem Leben erblühende Lust an weltlicher That und höfischemTreiben, an fürstlichem Ruhm und ritterlichem Sang am meisten Bertold V,der hier Alles.übt, was sonst den Hof des scheinbar niedergegangenen Staufer-hauses belebt hatte, aus dem Gedankenkreise herausgeführt, in welchem einstder erste Herzog seine Aufgaben gefunden hatte. Er hat in dieser Be-ziehung die Entwicklung abgeschlossen, die die Zähringergeschichte seitBertold I langsam, aber stetig durchgemacht hat. Wir aber, die sein Thunin den Hauptzügen kennen, sollen nicht mit dem Eindruck desjenigen Bildes

U46 Ueber ihn eine kurze Klarlegung von Fr. Pfaff im Literaturblatt für germ. u.roman. Philologie 1884, S. 6. Vgl. untenMinisterialen".

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