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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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Die Zeitgenossen sahen in des Herzogs kinderlosem Tode eine dasGerücht bestätigende Strafe seiner Sünden Ui9 . In der That war das Er-eigniss des Erlöschens dieses in mächtigem Aufschwünge stehenden Reichs-fürstenhauses geeignet, die grösste Aufmerksamkeit auch bei den wenigerBetheiligten auf sich zu ziehen und noch weiterhin auf lange Zeit, insbesonderedort, wo das Ereigniss umwälzende Veränderungen im Gefolge hatte, dieGemüther zu beschäftigen.

"Weder die sich freundlich verhaltenden Zeitgenossen, noch die feind-lichen Gerneerzähler wissen davon, dass Bertold V zwei Kinder gehabt undunter verbrecherischen Umständen verloren habe. Dass er einen Sohn hatte,dessen Angedenken in Bern fortgesetzt wurde und der vielleicht dort be-graben hegt, wurde schon erwähnt. Dann ist es Justinger u ", der berichtet,in der Zeit der Erbauung Berns habe der feindliche burgundische Adel zweiSöhne des Herzogs durch Gift aus der Welt geräumt. Später ist dieHerzogin selbst des Mordes ihrer Kinder bezichtigt worden und zwar weilsie sie habe beerben wollen. So lockte das Gerede von Bertold's V grossenSchätzen die Sage auch hierhin und liess sie geradezu unsinnig werden, denngerade die kinderlose Wittwe musste ja alles den Verwandten überlassen;daher ist dann nachher kluger "Weise die Mörderin, übrigens allgemein alsKyburgerin aufgefasst, wieder zur Stiefmutter gemacht worden u. s. w. Zu-gleich localisirten sich alle diese Sagen früh in Solothurn, wo man dann im16. Jahrhundert die ausgegrabenen Gebeine der Kinder gesehen habenwollte" 45 .

Zu Solothurn im Wandelgange der Bibliothek ist mit anderen Alter-thümern ein undeutlich gewordener Stein eingemauert, den man von der ver-meintlichen zähringischen Gruft abgehoben hat und der die Brustbilderzweier Kinder und darunter das Lamm mit dem Kreuze zeigt. Diese Dar-stellung, die wahrscheinlich ursprünglich der Heiligengeschichte angehörtoder etwa auch nur eine private Gruft schmückte, jedenfalls später unerklärbar

1448 Thenenbacher Geneal. Freib. Diöc.-Arch. XIV 86 (durch die Aneinander-stellung; so vielleicht auch der Lausanner Bischof 1. c).

1444 c. 12 f.

1446 Justinger S. 9f., der als die Mörder der Kinder noch den burgundischen Adelansieht, verlegt schon ihre Grabstätte nach Solothurn. Die dortigen Grabbefundehaben Stumpf II fol. 232, Seb. Münster, Cosmographia 1. HI, danach Spätere. Auch sahenSpätere die von Neuem geöffnete Gruft und das Kästchen mit den Gebeinen, ferner auchdas Haupt der hingerichteten Mutter u. s. w. Schöpflin konnte in Solothurn Nichts inErfahrung bringen. Vgl. hierzu Gottlob Walther, krit. Ausführung der Gesch. vonAusrottung des zähringischen Stammes u. s. w. Bern 1765, dazu die AusführungenWurstemberger's II 327 ff. Th. Scher er, Der Zähringergrabstein zu Solothurn (mitAbb.). Anz. f. Schweiz. Gesch. u. Alterthumsk. 1858. R. v. "Wallier, der Zähringersargin Solothurn (ibid.).