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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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Das Nimburger Erbe. 475

immer zu dessen Grünsten, obwohl es am Eingange der Urkunde heisst,dass sein Verzieht die Freundschaft zwischen dem Bischöfe und dem HerzogBertold von Zähringen, der also auch Ansprüche erhob, wieder herzustellenund Beider Streit aus der Welt zu schaffen ermöglichen solle 1419 . DieUrkunde vermeidet es zu sagen, worauf sich die Ansprüche Bertold's stützten,und um so mehr möchte ich glauben, dass hier ein gutes, auf alte Ver-wandtschaft gestütztes Erbrecht vorlag, das man durch Verkauf und Ueber-tragung eigennützig umgehen wollte.

Zu jener Zeit (im Nov. 1215) hielt Innocenz III im Lateran dasgewaltige Concil, das die Hierarchie des ganzen katholischen Erdkreisesin Rom vereinigte und über den gesammten Umfang der kirchlichen Interessenberieth. Zu dieser Versammlung war, wie mehr denn achthundert seinerAmtsbrüder, auch Bertold von Thenenbach gezogen, der 1198 Greissei seinesOheims und seit 1207 Abt des breisgauischen Cistercienserklosters war.Bei dieser Gelegenheit erzählt nun eine Thenenbacher Aufzeichnung 1420Folgendes über den Herzog Bertold:

Auf dem Lateranconcil wurde Herzog Bertold von verschiedenen Seitenwegen seiner boshaften Gewaltthätigkeit und wegen seines Unglaubens an-geklagt. Als nun nach Schluss des Concils der Thenenbacher Abt froh dererrungenen Privilegien, aber Bitterkeit über seinen Oheim im Herzenseinem Kloster wieder zustrebte, hielt ihn Herzog Bertold, der auf demSchlosse zu Freiburg sass, unterwegs auf und liess ihn zu sich entbieten.Denn Bertold V, obwohl er sich äusserlich wie ein brüllender Löwe ge-berdete, war im Innern doch nur ein furchtsamer Hase und hatte Angstvor dem Schwerte der Kirche, dem Excommunicationsspruche; voll Unruhewartete er auf Nachrichten über das Concil. Der Abt folgte ungerne genug,ohne jede Liebe zu einem solchen Oheim, aber um sein Kloster nicht inSchaden zu bringen. Als er in das Freiburger Bergschloss eintrat, fander den Herzog mit seinen Mannen und Rittern in ungetrübter Heiterkeit

1410 Huillard-Breholles I 322 f., Oberrh. Zs. XI 182. Vgl. über den Hoftag B.-F.752766.

Zu den etwaigen Erbansprüchen des Herzogs vgl. Anm. 531. Auf jeden Fall warendiese Ansprüche so gut, dass sie seine Erben, die Freiburger Grafen, und zwar mit Er-folg wiederaufnahmen; auch die Mitbetheiligung der Markgrafen von Baden an diesenAnsprüchen weist sehr darauf hin, dass es Erbansprüche aus alter Verwandtschaft waren.Vgl. über den Fortgang der Angelegenheit unten S. 495 f. Wenn der (wohl um Geldfür seine Kreuzfahrt benöthete) Graf auch die Stadt Neuenburg a. B.h. an Strassburg ver-kauft haben soll, vgl. Ann. Marbac. MGSS. XVII zu 1200, so liegt schon hier die üblicheVerwechslung mit Nimburg vor.

1420 Schöpflm V 142ff. Ein offenbarer Irrthum ist es, wenn die fürstenbergischeChronik des 17. Jahrh. den Herzog Bertold auf dem Lateranconcil in den Bann verfallenlässt (FUB. I 80).