474 1212—1215.
als man zu Speyer rastete, in eine dort ausgestellte Urkunde Friedrich'sfür den Erzbischof von Bari als Zeuge mit eingetragen. Dann blieb derKönig in Hagenau, während Bertold weiter zog. Mit der Theilnahme ander Wahl Friedrich's hatte er gethan, was er für ihn zu thun nöthig hielt;fortan schwindet er wieder aus der Reichsgeschichte 1416 .
Die Belohnung, die Bertold von Friedrich mit oder ohne Anspruchdarauf erhielt oder nicht erhielt, bleibt im Dunklen. Den einzigen allerdingsrecht negativ klingenden Hinweis, dass eine Verleihung möglicherweise inFrage stand oder erledigt war, giebt Friedrich's Versicherung an das KlosterSalem, dass er das von Konrad von Schwarzenberg an ihn übergegangene,dem Kloster schon 1210 von Sicilien aus und 1213 zu Constanz zugewieseneGut Runsthal (ehem. Ort zwischen Villingen und Pfaffenweiler) ihm abermalsbestätige und es an keine andere geistliche oder weltiichePerson, insbesonderenicht an den Herzog von Zähringen gegeben habe noch dies thun werde UI7 .Diese Zusicherung geschah am 26. Juni 1214 auf einem Tage zu Ulm, wo— ohne Bertold selber — die zähringischen Verwandten, Markgraf Frie-drich von Baden, die Herzöge von Teck, Graf Ulrich von Kyburg und dieGrafen Egeno und Bertold von Urach bei dem Könige erschienen waren U18 .
Andererseits spielt in die Frage der Stellungnahme gegenüber Bertoldauch ein Streit hinein, den Bertold zu dieser Zeit mit Bischof Heinrich vonStrassburg hatte. Heinrich's Vorgänger, der oben mehrfach genannte Kon-rad, hatte von Graf Bertold von Nimburg die Vogteien zu Vilmarzell (d. h.St. Ulrich) und Sölden und die Höfe Riegel und Herbolzheim nebstsonstigen Gütern und Vogteien gekauft, während dieselben Güter in einerSchenkung des Grafen auch K. Heinrich VI zugestanden waren.
Auf diesen Anspruch verzichtete Friedrich am 21. Nov. 1215 aufeinem damals zu Basel für Burgund gehaltenen Hoftage, auf dem wederBertold, noch einer seiner Verwandten, dagegen der Strassburger Bischofanwesend war, und zwar ausdrücklich und mit kaiserbcher Bestätigung für
wie jjjj. i g t uicht m ehr Zeuge in B.-F. 686 vom 2. Jan. 1213, Hagenau, und kommtseitdem zunächst bei Friedrich nicht vor. Ulrich von Kyburg besuchte dagegen mit seinenSöhnen Werner und Hartmann (Bertold's Neffen) Friedrich's Hof Ende März 1213 zuConstanz (vgl. B.-F. 698—702), wohin am 1. April auch Egeno von Urach kam (B.-F. 703),dann Ulrich wieder zuUeberlingen am 1. Sept. 1213 (B.-F. 711) und zu Rottweil am 7. März1214, B.-F. 724). Bemerkenswerth ist auch, dass Friedrich i. J. 1214 den Neffen Ber-told's V, Bertold von Urach, den Abt zu Thenenbach, seinen Blutsverwandten nennt,B.-F. 725 (fehlt FUB. I).
1417 B.-F. 736, jetzt auch b. v. "Weech., Cod. Salemitanus 1 127 f.
wie b.-F. 736, 737. — Die Markgrafen hatten die alte Verwandtschaft nicht ver-gessen und nannten z. B. den Abt Bertold von Thenenbach ihren Blutsverwandten.Egeno IV u. V waren am 20. Juni 1215 abermals zu Ulm bei Friedrich. B.-F. 804.Schöpflin V 142. —