Friedrich II. K. Otto in Breisach. 473
die Nachricht von dem Tumulte gebracht wurde und er dem Kaiser meldete,hat ihn dieser, ihn vorsichtig wegzuführen. Ein Pförtchen führte sie in'sFreie, dann ging's den Felsabhang hinab und auf den Uesenberg, der mitknapper Noth glücklich erreicht wurde. Hier von der sicheren Burg ausmochte Otto nach den Trümmern seiner Begleitmannschaft forschen; mitihnen zog er darauf, von dem treu gebliebenen Markgraf von Baden (demGrafen im Breisgau) weiter geleitet, den Rhein hinab 1413 .
Dieser Abzug muss noch in den September fallen, denn in den erstenTagen des October konnte Friedrich, von Colmar her kommend, schon inHagenau, der Lieblingspfalz der Staufer, einziehen uu , wo noch eine Be-satzung Otto's gelegen hatte, die aber durch den Herzog von Lothringen,Friedrich's Vetter, ausgetrieben war.
Nach diesen Vorgängen entschied sich auch Bertold V offen für Frie-drich. Er ritt zu dem "Wahltage, der nach Frankfurt ausgeschrieben warund traf vielleicht schon zu Worms, wo Friedrich am 3. Dec. von Westenher kommend war, mit diesem zusammen 1415 . Ausserdem trafen in Frank-furt ein die Herzöge Ludwig von Baiern, Friedrich von Lothringen, Land-graf Hermann von Thüringen, die Erzbischöfe Siegfried von Mainz, Adolfvon Cöln, Dietrich von Trier und der von Bari, der Bischof von Worms undviele Andere, die unbekannt bleiben, auch Legaten des Papstes und Gesandtedes aus Interesse gegen England und die Weifen mit Friedrich verbündetenfranzösischen Königs. Am 5. Dec. (1212) erwählten jene Fürsten Friedrichzum König, dann zog man nach Mainz, wo Siegfried am Sonntag den 9. Dec.die Krönung vollzog. In der Begleitung des Königs und der vorhin ge-nannten Fürsten, auch des neuen Reichsmarschalls, des Schwaben Anselmvon Justingen und Anderer zog Bertold mit den Rhein herauf und wurde,
1413 Ann. Marbac. 173, Konrad von Pfäffers S. 179, Chron. Ursperg. 101 f., Chron.Ebersheim. MGSS. XXIII 450, Willelmus Britto MGSS. XXVI 303, Richerius Senonensisb. Böhmer Fontes III 36, letzterer am ausführlichsten, aber durch zutreffende Nachrichtenüber Oertlichkeit und Verhältnisse vertrauenswürdig. Dazu die Sachs. "WeltchronikMG-Deutsche Chroniken II S. 239.
14,4 B.-F. 673 a. b. (674ff.) Winkelmann 327.
1416 Die in Frankfurt anwesenden Fürsten, deren grosse Menge die erzählendenQuellen in allgemeinen Ausdrücken hervorheben, werden mit Namen meist erst aus derUrk. B.-F. 683 bekannt, die Friedrich nach der Wahl, von Frankfurt und Mainz aus mitden Fürsten den Rhein wieder heraufziehend, zu Speyer ausgestellt hat; hier wird auchBertold (Bertoläus dux Giringie) genannt, der doch gewiss nicht bloss nach Speyer zurBegrüsBung gekommen war. Vgl. im Uebrigen Winkelmann 333 ff. — Friedrich am 3. Dec.zu Worms nach B.-F. 680.
Das Chron. Sampetrinum von Erfurt (Geschqu. d. Prov. Sachsen I) S. 56 meldetBertold's Anschluss an Friedrich zu Anf. 1213, legt aber (S. 55) den Termin des Frank-furter Hoftages ebenfalls zu spät (um den 6. Jan. 1213). Es sagt etwas kühn, dass Ber-told V und Herzog Leopold von Oesterreich beide sehr gegen Otto erregt wurden.