Krieg mit Savoyen. 469
So weit muss man es freilich bei Andeutungen, die nicht einmal Ver-muthungen sein dürfen, belassen. Dann aber erfolgte der Bruch zwischendem Kaiser Otto und dem Papste, der am 18. Nov. 1210 den Bann über ihnsprach und am Anfang 1211 die deutschen Fürsten zur Erhebung aufrief.Und i. J. 1211 finden wir Bertold kriegführend in Burgund.
Auf eine Darstellung dieser Fehde aber muss verzichtet werden. Nurzwei Stellen des Lausanner Chartulars geben über sie eine gesicherte undunmittelbare, jedoch ungenügende Auskunft: „Der Troncus genannte Hain[im Gebiete von Warens] war unbestelltes Land, auf dem Vieh weidete."Während des Krieges des Herzogs Bertold und des Grafen Thomas vonSavoyen wuchs der Hain auf, da die Genannten verhinderten, dass Anderedie Stätte betraten." Und: „1211, am 18. Oct., wurden Herzog Bertoldund Graf Thomas von Maurienne bei dem Kloster Hautcret zum Friedengebracht" l403 . Diese beiden Stellen würden noch nicht einmal beweisen, dassdie beiden Fürsten gegen einander Krieg führten, hätte man nicht auch dieam 14. Oct. 1211, also ein paar Tage vor dem Frieden von Hautcret, zwischendem Bischof von Genf und dem Grafen Thomas zu Lugrins getroffene Ver-einbarung 1403 ', in der der Graf verspricht, die Genfer Regalien nicht zumGegenstande des Friedens zu machen und sie auch, wenn sie ihm gebotenwürden, nicht anzunehmen, da er sie als rechtlich dem Genfer Bischof zu-stehend anerkenne. Diese Vorsorge Genfs lässt Niemand anders, als ebenden Herzog in Demjenigen erblicken, mit welchem Thomas sich anschickte,den Frieden abzuschliessen.
Seit Alters wird die Entzweiung der beiden einst verbündeten Vetterndarauf zurückgeführt, dass Thomas i. J. 1207 zu Basel von König Philipp mitu.. a. der Burg Milden (Moudon) belehnt worden war, mit der der Savoyer dieerste Stellung nördlich vom Genfer See und innerhalb des eigentlichstenInteressengebietes seines herzoglichen Vetters gewann. Behauptet doch dieUeberlieferung sogar, Bertold selber habe Milden nach dem Siege von Päter-lingen 1190 zur Abwehr befestigt. Es passt zu jener Annahme, wenn schonoben hervorgehoben wurde, dass Bertold an jener Verfügung Philipp's nichtals Zeuge theilnahm und vielleicht vorher von Basel abgereist war; fernerpasst dazu die Belehnung der Brüder von Aubonne und die schwankende,Missstimmung zeigende Führung des Rectortitels. Was aber den endlichenAnlass zu dem Kriege der Vettern gegeben hat, bleibt im Dunklen. Durchaussagenüberwuchert ist auch Alles, was über die Ereignisse des Krieges 1401 und
1403 S. 411 u. 421. paeificati sunt.
i«3a gp 0I]j preuves, Nr. 19, dazu die Textverbesserung bei Mallet, du pouvoirque la maison de Savoie a exerce dans Geneve (MDGeneve 'VU) S. 191, Anm. 29.
1401 Im Dienste des Grafen Wilhelm II von Vienne und Macon starb bei Orbe undwurde zu Romainmotier begraben Gaucher, Sohn Rudolfs, Herrn vonMonnet; für ihn