466 1208-1210.
Familienplan gescheitert, dem Herzog Bertold dagegen, der auch verzichtenmusste, sein Geld und zugleich ein Zusammenstoss mit dem mit unbehindertenHänden und hier mit günstigem Rechtsgrund schaltenden Könige erspartgebheben.
Auch Breisach nahm Otto vielleicht wieder an sich, als zum Staufergutgehörig 1391 ; dann am wahrscheinlichsten auf dem Wege, dass er die Pfand-summe von 3000 Mark Silbers erlegte.
Man hatte an Otto's Hofe keinen Grund, Bertold als einen offenenGegner des Königs zu betrachten. Das ergiebt sich daraus, dass in demSchreiben des Königs Johann von England, der der Hilfe Otto's gegenFrankreich sicher sein konnte und nun auch die Fürsten des Reiches unddamit dieses für ein solches Bündniss gewinnen wollte, der Herzog vonZähringen unter den Briefempfängern nicht übergangen wurde 1392 .
Im Gegentheil, der sächsische König begann dem Herzog Bertold Ein-druck zu machen. Als Otto auf dem Wege nach Italien, wo er die Kaiser-krone empfangen wollte, am 24. Mai 1209 in der mit Maienlaub geschmücktenStadt Würzburg Hoftag hielt, da stellte endlich auch der Zähringer sich ein.Es war eine ungemein stattliche Fürstenversammlung, die Bertold antraf:die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Salzburg, die Bischöfe von Strassburg,Basel, Constanz, Augsburg, Freising, Passau, Regensburg, Hildesheim,Verden, Halberstadt und Havelberg, die Aebte von Ellwangen, Fulda, Hers-feld, Prüm und Weissenburg, der König von Böhmen und sein Bruder derMarkgraf von Mähren, die Herzöge von Oesterreich, Sachsen, Baiern, Loth-ringen und Brabant, die Markgrafen von Meissen, Landsberg und Branden-burg, sowie der Pfalzgraf Heinrich bei Rhein IS93 . Ferner, soweit sie nichtetwa theilweise erst nach Bertold's Wiederabreise Theil nahmen, die Bischöfevon Würzburg und Speyer, die Grafen von Leiningen, Henneberg undWirtem-berg, Ludwig von Oettingen, die vonRossewagundKislau, Marschall Heinrichvon Kalden, Kuno von Minzenberg, Schenk Walter von Rottingen und derTruchsess Heinrich von Waldburg I394 . Ausser ihnen zwei päpstliche Legaten,Cardinalbischof Hugo von Ostia und Velletri und der Cardinalpriester Leo.Herzog Bertold selbst scheint vor dem 31. Mai wieder abgereist zu sein 189 *.
Vielleicht weil sich der König gar nicht besonders entgegenkommendfür diejenigen zeigte, die bisher sich nicht offen zu ihm bekannt oder gar ihm
1891 Brisacum, quod in potestate sua habebat Chron. Ursp. SA. 101 zu 1212. Vgl.aber unten Anm. 1412. — Dass Heinrich VI die Breisaeher Stellung nicht für das Reich,sondern für die Staufer gewonnen hatte, beweist derUebergang der Veste an seinen Bruder,den Pfalzgrafen Otto.
i»9ä Winkelmann II 154, Anm. 3.
1898 Soweit die nicht ganz unbedenkliche Liste t|ei Arnold Lubec. MGSS. XXI 247(dux Bertoldus de Geringe). Vgl. darüber Winkelmann II 156 ff. u. B.-F. 280 b.
1894 TJrkk. vom 31. Mai B.-F. 281 f., vom 2. Juni B.-F. 283.