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wäre, mit Nachdruck die Klage erheben: „nun gab es keinen Vogt, der seineVogtei zu schützen und zu vertheidigen gehabt hätte!" Aber Herzog Ber-told griff in diesen Kampf doch wenigstens mittelbar, freilich in anderemSinne ein.
Derselbe St. Galler Chronist bemerkt bei Gelegenheit des Vogteikauf-erbietens: Bertold hatte damals keinen Sohn. Auch die Vergeisselung seinerNeffen i. J. 1198 liess darauf schliessen, dass er auch damals keinen eigenenSohn hatte; letzteres nicht zwingend, denn ein solcher könnte damals zu junggewesen sein, um nach Cöln verbracht zu werden. Jedenfalls hat Bertold zuirgend einer Zeit einen Sohn Bertold besessen, der frühestens etwas nach 1191gestorben ist, da man für einen solchen am 1. Jan. in der St. Vincentius-Leutkirche zu Bern die Jahreszeit hielt 1885 . Er muss also zwischen 1191 und1208 gestorben oder überhaupt erst nach 1208 geboren sein. 1208, wiegesagt, lebte kein Sohn Bertold's, und wenn er auch die Möglichkeit offenhalten wollte, dass ein später geborener Sohn sein Erbe sei — mit um somehr Recht, als er seine Ehe mit Clementia jedenfalls erst nach 1200geschlossen hat —, in welchem Falle dieser in der erstrebten Vogteinachfolgen sollte, war doch dies nicht mehr der einzige Zukunftsblick, dersich ihm bot: nur für den Fall, dass er einen Sohn bekäme, wollte er be-eidigen, sie keinem Anderen zu hinterlassen 1388 , sonst also doch. Dieserandere Erbe aber musste dann von seinen Verwandten die verschwägertekyburgische Familie sein, die gleiche Rechte an das Gesammterbe hatte, wiedie urachische, und mit allen ihren Interessen den Dingen um St. Gallennäher stand. Es liegt ein wehmüthig-freundlicher Zug darin, den kinderlosenHerzog, wie vorhin für die Ausstattung der Uracherin, hier für die Familieseiner anderen Schwester so eifrig und liebevoll sorgen zu sehen.
In diesem Zusammenhange ist es zu verstehen, wenn Graf Ulrich vonKyburg, Bertold's Schwager, in den Streit der beiden Stifte eingriff, undzwar, obwohl er Lehen von St. Gallen hatte, auf Seite der Constanzer. Alsauf dem Breitfeld bei Kräzern die Constanzischen und die Klosterleute blutigaufeinandertrafen und schon die letzteren des Sieges froh zu werden glaubten,erschien plötzlich mit frischer Mannschaft Graf Ulrich auf dem SchlachtfeldeUnd führte eine völlige Niederlage der St. Gallischen herbei 1387 . Aber eheder Streit selber und die Vogteiangelegenheit zu Ende kamen, wurden siedurch das Dazwischentreten des Königs abgeschnitten.
Herzog Bertold war gegen Otto kühl geblieben, als dieser zum allgemein
1886 Jahrzeitbuch dieser Kirche saec. XIV ineunt. F. r. Bern. 1523: Berchtöldusßius ducis Zerengie.
1180 Konrad von Pfäffers 1. c. 154 z. 7 f.
1387 Konrad von Pfäffers S. 162. Ausführlicheres bietet Vadian ed. GötzingerIS 251 f.