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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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463
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Ermordung K. Philipp's. Schwaben verwaist. 463

Vogtei von St. Gallen gewesen 138S , und diese wollte Bertold sich gewinnen.Auch in St. Gallen zweifelte man nicht, dass die Vogtei und die anderenLehen, welche die anscheinend ausgestorbenen Staufer von St. Gallen getragenhatten, heimgefallen seien und war dieser Fügung froh 1381 , besonders derAbt, Ulrich von Sax, der die Vogtei seinem Bruder Heinrich zuzuwendenhoffte. Da freilich erhielt diese Freude einen bitteren Zusatz: der mächtigsteund reichste Nachbar liess dem Kloster sein Gebot melden. ViertausendMark Silbers wollte Bertold dem Convent geben, vierhundert den mit-berathenden St. Galler Dienstmannen, wenn man ihm das Heimgefalleneerblich übertrage. Im Jahre 1170 hatte Graf Rudolf von Pfullendorf für dieVogtei nur 300 Mark Silbers gezahlt; wenn jetzt der Zähringer eine so sehrviel höhere Summe bot, so werden eben, wie schon von anderer Seite bemerktworden ist, die anderen heimgefallenen Lehen, zu denen man auch die BurgRheinegg rechnete, beträchtlich mit in Rechnung gekommen sein. Immerhinwar das Anerbieten des Herzogs gewiss sehr günstig, und als der Abt Rathhielt, waren die Stimmen der massgebenden Conventualen für die Annahme.Nur bei den zugezogenen Ministerialen des Klosters fand Ulrich eine Stim-mung, die seinen Wünschen entsprach, denn trotz der Summe, die der klugeHerzog auch diesen in Aussicht gestellt hatte, überwogen bei ihnen eigeneBesorgnisse vor der übergrossen Macht des herrischen Mannes. Abt Ulrichverzögerte es dann, die Entscheidung auszuführen und blieb im Geheimen derGegner der Uebertragung an Bertold.

Inzwischen kam von anderer Seite Bedrängniss. Das Schloss Rheineggund der Hof Thal mit ihrem Zubehör waren längst mit der pfullendorfisch-staufischen Hinterlassenschaft verschmolzen und man glaubte sie daher mitdieser an St. Gallen heimgefallen, obwohl gerade jene beiden einstigen Be-sitzungen der Pfullendorfer ursprünglich keine St. Galler, sondern bischöflichConstanzische Lehen waren. Desshalb liess sie jetzt der Bischof durch Mini-sterialen besetzen, während St. Gallen sie sich erhalten wollte, zumal BurgRheinegg an einer für das Geschlecht des Abtes, die von Sax, besonderswichtigen Stelle lag. Es kam zum Kampfe und da mochte freilich der zeit-genössische St. Galler Chronist, der von Anfang an durchscheinen lässt, dassnach seinem Sinne die Annahme von Herzog Bertold's Vorschlag gewesen

isss v gL Meyer von Knonau St. Galler Mitth. XVII S. 105 ff., Anm. 262 u. S. 154,Anm. 69. Sie war sicher aus dem Pfullendorfer Erbe, um so mehr, als sie im "Weiterenkeineswegs alsReichsvogtei behandelt, wenn auch wohl ihrer bisherigen Inhaber wegenobenhin so angesehen wird.

" M Dies und das Folgende nach Konrad von Pfäffers ed. Meyer von Knonau 1. c.154 f. Vgl. auch die Anmerkungen des Hrsg. (das kleine Versehen am Ende der Anm. 82mit Anna von Zähringen berichtigt sich von selbst) und Roth von Schreckenstein,die Burg Rheinegg als Zankapfel u. s. w. Oberrh. Zs. XXVII 218 ff.