Burgundische Angelegenheiten. 461
das sei erlaubt auszusprechen — hielt sich Bertold in dieser Zeit hauptsäch-lich in Burgund auf, so dass es ihm auf diese Weise leichter wurde, sich demHofe des Königs zu entziehen, wenn dieser an den Oberrhein (nach Strassburg,Colmar) oder nach Schwaben kam I878 . Er blieb unverändert auf Philipp'sSeite, aber als ein gar kühler Freund, der in den Stürmen der Zeit dieBuhe seiner Lande und die Sorge für diese ausschliesslich verfolgte.
Nur im Mai 1207, als König Phüipp von Frankfurt aus den Bheinhinaufzog, begrüsste ihn in den letzten Tagen dieses Monats zu Basel auchder Herzog von Zähringen. Phüipp kam offenbar desshalb in die Nähe Bur-gunds, um einer Verfügung von 1202 Nachdruck zu geben, durch die er dieTöchter des verstorbenen Pfalzgrafen Otto, Johanna und Beatrix, als Erbinnenihres Vaters und somit des westjuranischen Grafenerbes anerkannt und ihreMutter, Margarethe von Blois, zur Regentin bestellt hatte. Die beiden Frauen(Johanna scheint früh gestorben zu sein) waren danach in arge Bedrängnissdurch ihre Nachbarn gebracht worden, die sich jedoch, als Philipp nun nachBasel kam, dort gehorsam einstellten: Graf Stephan von Auxonne, seineNeffen Graf Wilhelm von Vienne und Macon und Galcher von Salins, GrafRichard von Mömpelgard, des Auxonners Schwager, und Friedrich, der Grafvon Pfirt, des von Pfalzgraf Otto erschlagenen Ulrich Nachfolger. Ausserihnen traf Bertold — von dem es sehr fraglich ist, ob er schon damals derSchwiegersohn Stephan's von Auxonne war — zu Basel den Erzbischof Ame-deus von Besancon, die Bischöfe von Basel, Speyer und Strassburg (denNachfolger Konrad's, Heinrich) und auch wohl den Abt von St. GalleD, Ulrichvon Sax l379 , mit dem er bald in wichtige Verhandlungen treten sollte; vonweltlichen Herren seinen Vetter den Grafen Thomas von Savoyen, den Mark-grafen Friedrich von Baden, die Grafen Rudolf von Habsburg, Friedrichvon Zollern, und die weiteren von Werd, Froburg, Veringen und Leiningen,dann die Brüder von Horburg, Konrad den Vogt von Schwarzenberg, Waltervon Diersburg und Rudolf von Uesenberg (seinen Nachbarn von Breisach unddem nördlichen Breisgau), Hermann von Marchdorf, Friedrich von Schauen-burg, den staufischen Kuno von Minzenberg, Heinrich den Truchsess vonWaldburg und Heinrich von Scharfenberg; auch sein eigener und bevor-zugter Ministeriale Werner von Roggenbach fand Aufnahme in die Zeugen-
1878 pfi n g g ten 1202 war Philipp in Besancon, wohin ihn die Ordnung der Hinter-lassenschaft seines Bruders Otto (f 1200) rief (vgl. "Winkelmann 261). Es ist, da uns dieListe der Mitanwesenden fehlt, wenigstens nicht ausgeschlossen, dass der Rector vonTrans-juranien ihn dort begrüsste.
1,79 Obwohl dieser in den Zeugenreihen fehlt. Vgl. über ihn Konrad v. Pfäffersed. Meyer v. Knonau 1. <;. 144 und Ann. 35. Auch der wahrscheinlich anwesende Thenen-bacher Abt, Bertold's V Neffe Bertold von Urach, fehlt in den Zeugenreihen; man hat sievielleicht aus formellen Rücksichten, um sie den anwesenden Laienfürsten weder vor-noch nachzustellen, weggelassen.