Papst Innocenz an Bertold. 457
ihrer Spitze; ein Träger dieses Amtes fehlt sogar — und das kann nicht auf-fallen, wenn er keine besondere Beziehung zu dem Herzog hatte — ganz inder Urkunde von 1200. Er war vielmehr Meier der Abtei, die deren in derStadt, wie auf den Landbesitzungen hatte 1363 .
Für die Bischofsstadt Lausanne kennen wir die Förmlichkeiten undGaben bei dem Einzüge des die Reichsvogtei ausübenden Herzogs. Für Zürichwissen wir nur, dass einer bestimmten zu den Besitzungen der Züricher KircheSt. Peter gehörigen Schüppos bei Ankunft des Herzogs besondere Leistungenauferlegt waren I364 .
In Bern entstand noch bei Lebzeiten Bertold's V ein Spital; doch ist esnicht ohne weiteres sicher, dass er selber es gebaut hat. Freilich in der dochschon lange bestehenden und blühenden Stadt Zürich ist, das wissen wir be-stimmt, gerade erst der so gerne und oft als unmilde geschilderte HerzogBertold V der Gründer des Spitals geworden. Es lag ursprünglich auf demschmalen Gelände „unterhalb der Mauer des Predigerklosters zwischen demWolfbach und der Niederdorfstrasse". Seit 1293 ist seine frühere Benennungals Armenspital in die: Heiliggeistspital umgewandelt worden 1365 . —
Wir verlassen den Boden der freundlichen Stadt am See und an derLimmat wieder, um Bertold V in das grosse Streitgetriebe des Reiches zurück-zugeleiten. Am Ende des Februar 1201 entschloss sich Papst Innocenz zuralleinigen Anerkennung Otto's IV, des Weifen. Er kannte auf das Genauestedie bisherige Stellungnahme und den grösseren oder geringeren Parthei-eifer der deutschen Fürsten; ihnen allen schrieb er vom 1. März 1201 inBriefen, deren Abfassung auf den einzelnen zugeschnitten war, die getroffeneEntscheidung. Das Schreiben, das für Herzog Bertold aufgesetzt wurde unddieser doch wohl früher oder später empfing, hatte in der Hauptsache diesenWortlaut 1S66 : „Wir erinnern uns vor Zeiten einen Brief von dir empfangenzu haben, in welchem du ergebenst und dringend anheimgabst, dass wir demSchwabenherzog Philipp unsere Zustimmung für das Reich verweigern möchtenda sein Geschlecht die Kirche wie die Fürsten vielfältig verfolgt habe. Wirhaben dich darin so verstanden, dass du ihm, wenn auch vielleicht seiner Macht,der Nachbarschaft wegen und aus anderen Gründen scheinbar wohlgeneigtwarst, im Herzen doch nicht zuneigtest. Da nun wir .... aus Gründen, diewir durch allgemeine Schreiben bekannt geben, den Herzog Philipp verwerfen,wie du in deinem Briefe mahntest, so bitten, mahnen und fordern wir dichauf, dass du ohne Achtung des Eides, den du jenem Herzog etwa wegen
1888 Vgl. G. v. Wyss, Abtei Zürich, S. 53, S. 54ff.•*•• ZüUB. I 269. de ea in adventu ducis culcite comportari debent.1386 Urk. Innocenz' m vom 13. Mai 1205, Potthast 2206; S. Vögelin, das alteZürich, 2. Aufl. bes. v. Nüscheler u. F. S. Vögelin, Zur. 1878, 1 S. 440.1388 Reg. de negot. imp. ed. Baluze, Brief 43, S. 707.