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hatten auch die Cölner von den günstigen Aussichten des Staufers erfahrenund den Bischof Hermann von Münster mit Begleitern zu den in Thüringen(zu Ichtershausen hei Arnstadt, später zu Mühlhausen) Versammelten ge-schickt, um dort den Gedanken zu vertreten, die Fürsten der Cölner Partheinicht von der "Wahl auszuschliessen und ihnen zu einem neu anzusetzendenWahltermine entgegen zu ziehen. Aber diese Vorschläge, wenn sie über-haupt ernst gemeint waren und nicht bloss Jene aufzuhalten bezweckten,kamen zu spät; als Hermann anlangte, war Philipp zum König gewählt.Mit dieser Nachricht zurückkehrend, brachte er grosse Aufregung unter diein Cöln Harrenden; sie wurden ihres Einwandes nicht müde, dass bisherniemals auf sächsischem Boden (wie es von Philipp's Anhängern geschehenwar) und „von solchen Fürsten", d. h. in Abwesenheit der drei rheinischenErzbischöfe und des Rheinpfalzgrafen, der König gewählt worden sei 1328 undhatten es eilig, nun auch ihren König zu wählen. Aber sie wollten nicht leerdabei ausgehen, denn von Philipp von Schwaben wurde schon erzählt, wiereiche Geschenke seine Anhänger an ihn ketteten; so sollte denn auch derKönig, den die beiden Erzbischöfe wollten und brauchten, von ihnen gleich-zeitig ausgebeutet werden. Sie forderten, sobald Bertold auf den Gedankenseiner Wahl einzugehen begann, von ihm 1700 Mark Silbers. Bertold's EiferKönig zu werden war gering und als diese Forderung an ihn gebracht wurde,wollte er mit der ganzen Angelegenheit nichts mehr zu schaffen haben undgab zur Antwort, er habe keine Lust, das Königthum zu kaufen. So freilichHessen sie ihn nicht davon; unablässiges Zureden der Versammelten, geschickteingeflochtene Drohungen der ihm gegen den staufischen Pfalzgrafen Ver-bündeten, des Bischofs von Strassburg und des Grafen von Dagsburg wurdenseiner Herr; er versprach sogar die Summe zu zahlen und verpflichtete sichdaheim unverzüglich ein Heer zu sammeln und mit diesem zu einem an-gesetzten Tage nach Andernach zu kommen, wo dann die eigentliche Wahlstattfinden sollte. Das alles musste er nicht nur feierlich geloben, sondernauch durch Geissein verbürgen 1329 . Er wählte als solche zwei seiner Neffen,
1828 Chron. reg. Colon, cont. rec. II (auch I) SA. 162 f. Die Stelle ab hiis prin-cipibus u. a. w. wird noch deutlicher durch Honor. chron. cont. "Weingartensis SA. (Mon.Weif.) 61.
is29 j^ Bn . Marbac. u. Chron. reg. Col. 1. c. Die letzteren erwähnen den Geldhandelnicht, aber doch die Geissein, die sich also auf die ganze Abmachung bezogen. Das üiravitder Cölner wird durch die Marbacher Ann. nicht bestätigt. Die Ursperger Chronik (SA.74fl.) und Otto von St. Blasien (SA. 481 ff.) treten hinter jenen an Werth zurück. DieCölner Vorgänge flüchtig berührt auch Chron. Ebersheimense MGSS. XXIII 448; derdortige Zusatz gut eo tempore Burgundiones expugnaverat gedenkt entweder in dieser all-gemeinen "Weise noch des Krieges am Anfang des Jahrzehnts oder bezieht sich aufdie Fehde gegen den Pfalzgrafen Otto. Gesta Treverorum cont. MGSS. XXIV 390;Ann. Einsiedl. Geschichtsfreund I 144 mit dem falschen Jahr 1199 und der ebenso