Fehden gegen Staufer. 443
graf von Burgund nannte, übrigens auch über einen Theil der elsässiscbenBesitzungen des Hauses verfügte. Ein wilder und gewalttbätiger Mann, dervon seinen eigenen Brüdern, obwohl er älter wie Philipp und vielleicht auchälter als der i. J. 1196 gestorbene Konrad 13U war, längst nicht mehr alsein eigentlicher Vertreter ihres die Krone tragenden Geschlechtes betrachtetwurde. Im Jahre 1195 hatte Otto den Grafen von Mömpelgard erschlagen,am 27. Sept. 1197 den Grafen Ulrich von Pfirt, den Nachkommen einerZähringerin heimtückisch bei einer Unterredung, zu der er ihn gelockthatte, ermordet. Das war also geschehen, kurz ehe die Nachricht vomTode des Kaisers nach Deutschland kam. Schon seit 1196 lag Otto „Ohne-land" 1815 auch mit dem Bischof Konrad von Strassburg, dessen Bruder erim Kampfe bei Huneburg getödtet hatte, in einer Fehde, die nun plötzlichdurch jene beiden gleichzeitigen Ereignisse zu einem grossen oberrheinischenKriege emporwuchs. Herzog Bertold von Zähringen trat in ein Bündnissmit Konrad von Strassburg, dem auch Albert, der „Falke", wie man diestolzen und angesehenen Grafen nannte, von Dagsburg zur Seite stand —mit ihm, wie mit dem Strassburger Bischof, war Bertold ja schon früherzusammengetroffen und die Dagsburger waren ohnehin alte Freunde derZähringer, der Graf Albert mit einer Markgräfin von Baden vermählt —,der Bischof Lutold von Basel und eine Anzahl Grafen schlössen sich an;sie fielen in Otto's Gebiet ein und besetzten sein Vogteigebiet, das St. Gre-gorienthal hinter Colmar, das für unerzwingbar galt, und fügten ihm anderenSchaden zu, aber sie schonten auch das verwaiste Reichsgut nicht undübten die Herrschaft ihrer Willkür, wie der Marbacher Annalist erzählt 1316 ,in Colmar, Schlettstadt, Enheim, Rosheim und in vielen anderen Orten undDörfern. Auch die Burg zu Breisach stand dem Pfalzgrafen Otto zu 1317 ,dieser Umstand wird Bertold wesentlich mit zu der Gegnerschaft gegenihn gereizt haben, doch zu einem Angriffe Bertold's oder der Verbündetenauf diese so begünstigte Befestigung kam es nicht.
Herzog Philipp kehrte zurück und brachte noch 1197 1318 einen Waffen-stillstand zwischen dem Strassburger Bischof nebst seinen Verbündeten undseinem Bruder Otto zu Stande. Derjenige, mit dem er sich hauptsächlichin's Benehmen setzte, war nicht Bertold, sondern der Bischof. Ihn suchte
"" Vgl. Abel, K. Philipp, S. 40 u. 321, dessen Ausführung Winkel mann, Philippvon Schwaben und Otto IV von Braunschweig, Jahrbb. d. d. Gesch., Lpz. 1 1873, S. 13billigt.
1316 äictus de Änelant Chron. Ebersheim. MGSS. XXIII 448. Kaiserchronik, v. 17430:sich selben Mez er äne lant.
1316 MGSS. XVII 168. Dazu Chron. Ebersheim. MGSS. XXIII 448.
13,7 s. u. S. 448 u. 451.
1318 Die Angabe der Marbac. „1198" berichtigt Winkelmann 46, Anm. 1.