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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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442 11951197.

ein Heer und zog nördlich um den Schwarzwald herum durch das Pfinzthalin die Rheinebene, um von der Ortenau her den Zähringer anzugreifen, was,wie der weifische Chronist angiebt, den Herzog Bertold in grosse Bestürzungversetzte und weithin im Reiche das grösste Aufsehen hervorrief. IndessenKonrad kam nicht weit auf seinem Marsche; in der Stadt Durlach ward dertapfere, aber zügellose Mann das Opfer eines Abenteuers und endete am15. August sein Leben. Und damit hatte die Fehde ihren Abschluss; wederder Kaiser, der auf dem Wege nach Rom in der Lombardei die böse Nach-richt erhielt, noch Philipp, sein jüngster Bruder, den er sogleich von da ausals Herzog nach Schwaben entsandte, fühlten sich berufen das Vorhabenihres Bruders Konrad zur Ausführung zu bringen oder bringen zu lassen.

Kaiser Heinrich VI selber sollte nicht mehr nach Deutschland zurück-kehren. Am 28. Sept. 1197 raffte tückische Krankheit in Sicilien denstolzesten und rücksichtslosesten, gebietendsten Kaiser dahin, den die Ge-schichte kennt. Er hatte eine seiner grössten Aufgaben nicht vollendenkönnen: die Durchführung der erblichen Monarchie. Von Italien aus hatteer mit den Fürsten weiter unterhandelt, aber auf einem Fürstentage zu Erfurtim October 1196 war die Verfassungsänderung, zu der sich die Theilnehmerdes Würzburger Tages schon einzeln verpflichtet hatten, mit Entschiedenheitabgelehnt worden. Heinrich erreichte nur, dass am Ausgang des Jahres seinzweijähriger Sohn, damals noch Constantin genannt, zum Nachfolger gewähltwurde, nachdem er den Fürsten, also auch Bertold von Zähringen die zuWürzburg übernommene urkundliche Verpflichtung zurückgegeben hatte.Ob Bertold unter Denen war, die die Wahl zu Frankfurt vollzogen, mussdahingestellt bleiben.

Nun war der starke Kaiser todt, der erwählte König, dessen einstigeRegierung man in weiter Ferne gewähnt hatte, ein kleines Kind, das ineinem normannischen Städtlein aufwuchs, Herzog Philipp bei seines BrudersTode gerade unterwegs, um diesen jungen Friedrich, wie er seit seiner Taufehiess denn Friedrich H ist eher zum König erwählt als getauft wordenzur Krönung nach Deutschland zu führen. Es war eine Zeit, wohl geeignet,allen Zündstoff im Reiche zu wilder Brandfackel emporflammen zu lassen.

Zu diesem Zündstoff aber hatte einer der Staufer schon mehr dennzu viel hinzugethan. Das war Otto, dem sein Vater K. Friedrich I i. J. 1189das Erbe der Kaiserin Beatrix, das hochburgundische Eigengut innerhalbdes Königreiches Burgund zugewiesen hatte 13l3a und der sich daher Pfalz-

MGNecrol. I 204, 228, 236, 258. Necrol. mon. "Wilthinensis (bei Innsbruck) b. Hess, Mon.Guelf. II, S. 292.

isiaa gt_ 4516. Zu Stumpfs Nachweisen ist ergänzend nachzutragen: auch bei0. D[uvernoy] de Montbeliard, Mouvance du comte de Bourgogne envers l'empireGermanique. Besan^on 1849. Preuves p. 45.