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möglich und vortheilhaft werdende Aufnahme seines erheiratheten normanni-schen Königthums in das Reich. Für die verbürgte dynastische Erbfolge desstaufischen Geschlechtes in der einheitlichen Monarchie bot er den Fürstendie Erblichkeit ihrer Reichslehen, nicht nur in männlicher, sondern auch inweiblicher Linie und bei dem Mangel directer Erben auch in der seitlichenVerwandtschaft.
Was konnte nun für Bertold V eine solche Umwälzung in der Verfassungdes Reiches bedeuten ? Wir dürfen zunächst wohl sagen, er selber hat nieernstlich nach der Krone gestrebt; als sie ihm später geboten wurde, über-raschte ihn das Anerbieten und nach kurzem Eingehen darauf zog er vorzurückzutreten. Für ihn, den Herzog von Zähringen, war ein starkes, freiesStaufergeschlecht im Herzogthume Schwaben vielleicht gefährlicher, als eines,das zugleich die Krone trug. Denn das erstere konnte die zähringischeStellungin Alamannien unter Umständen verschlingen ; so lange es aber die Kronetrug, fand der Zähringer im ganzen weiten Reiche Helfer genug gegen etwaigederartige Vergrösserungs- und Machtgelüste. Dazu war Bertold's V ganzeRegierung, viel mehr als die seines in den Reichsunternehmungen stehendenVaters, ausschliesslich auf seine eigenen Lande gerichtet, fand er in ihnen seinZiel. Seine vom Reiche gehenden Lehen und Befugnisse waren so mannig-facher, zum Theil schwieriger Art, dass durch die verbürgte Erblichkeit der-selben die Befestigung und der so sehr mangelnde einheitliche Ausbau derzähringischen landesherrlichen Gewalt nur gewinnen konnten. Sein Erbewürde der Sohn sein, den er, wie wir sehen werden, besessen hat; anderekonnte er erhoffen. Aus den Quellen freilich kennen wir solche Gedankennicht, können aber immerhin feststellen, dass der Vorschlag des Kaisers fürihn nicht ohne lockende Seiten zu sein brauchte.
Zu Worms am 6. Dec. 1195 trat Heinrich VI zum ersten Male ganzoffen mit seinen Plänen hervor und legte sie den versammelten Fürsten dar.Nicht zur Berathung; der herrische Kaiser, der vor Kurzem das widerspenstigeNormannenland mit unerbittlicher Gewalt niedergezwungen hatte, fordertedie Zustimmung der Versammelten unter Drohungen. Nur das allgemeineVerhalten der Fürsten ist bekannt, nicht das des Zähringers im Besonderenund ob er sich irgendwie mit dem Kaiser verständigt hatte. Die anwesendenFürsten erreichten einen Aufschub und verpflichteten sich dafür, den Vorschlagdes Kaisers auf einem neuen Reichstage zu Würzburg bei der Gesammtheitder Fürsten des Reiches zu vertreten 1310 .
Herzog Bertold blieb damals in der Nähe des Kaisers, was immerhinauf eine gewisse Annäherung zwischen Beiden zu schliessen erlaubt. Am
1310 Ann. Reinhardsbrunnenses ed. Wegele, Thüringische Gesohqu. I. Jena 1854,328 ff. Ann. Marbac. MGSS. XVII 167.