Bündniss zur Empörung. 439
der Kaiser ab, Heinrich den Löwen hoffte er vermittels seines Gefangenenunschädlich zu machen, den Herzog Bertold, der seinerseits anscheinendzu irgendwelchen Thaten gegen den Kaiser nicht vorgegangen war, zog ervor ganz aus dem Spiele zu lassen. Bei den abschliessenden Verhandlungendes Kaisers über die Freilassung des Richard Löwenherz, die vom 25. Juni1193 an zu Worms stattfanden und an denen gerade die verschworen ge-wesenen Fürsten Theil nahmen, war Bertold von Zähringen nicht anwesend.
Zum ersten Male finden wir am 6. Dec. 1195 den Herzog Bertoldauf einem Reichstage Heinrich's VI, auf demjenigen von Worms, der dasschon Ende October desselben Jahres zu Gelnhausen begonnene Werk einesneuen Kreuzzuges vorzubereiten berufen war. Mit Bertold zugleich warenanwesend die Herzöge Konrad von Schwaben (der dritte Sohn K.Friedrich'sI)und Heinrich von Limburg, der Markgraf Otto von Brandenburg und dieGrafen Albert von Dagsburg, von Veldenz, Sayn, Nassau, Spanheim, Kefern-burg, Querfurt, Leiningen, Wertheim, Geldern und Holland, ausser ihnendie geistlichen Herren von Mainz, Verden, Halberstadt, Münster, Merse-burg, Naumburg, Bamberg, Worms und Speyer, von Fulda, Hersfeld, Corvey,Paulinzelle, Lorsch und Ellwangen 1308 . Auch der Cardinalpriester Petrusvon Piacenza, päpstlicher Legat für die Vorbereitung des Kreuzzuges inWestdeutschland war erschienen und hielt am Feste des hl. Nicolaus diePredigt vor dem Kaiser und den versammelten Fürsten. Eine ganze Wochehindurch sassen der Kaiser und neben ihm der Legat stundenlang auf demThronsessel, der in der noch jetzt als herrliches Denkmal der romanischenKunst erhaltenen Domkirche aufgeschlagen worden war, und empfingen inihre Hände die Gelübde der sich zur Kreuzfahrt Meldenden; der HerzogBertold jedoch hat diesen frommen Eifer gesehen, ohne, selber das Kreuzauf seine Schultern zu empfangen, er hat sich auch weiterhin, da überall imReiche die wandernden Priester zu dem neuen Kampfe um die heiligen Stättendes Morgenlandes aufriefen, nicht zur Theilnahme entschlossen 1309 . AuchKeiner der angeseheneren Herren im Umkreise des zähringischen Gebieteswar unter den diesmaligen Kreuzempfängern.
Es konnte einer der entscheidendsten Tage des Reiches werden, zudem Herzog Bertold geeilt war. Der Kaiser betrieb die Erblichkeit derKrone in seinem Hause, frei von der AVahl der Fürsten, und die dadurch
1808 St. 4978—4980. Berchtöldus dux de Zeringen. Die Bezeichnung des Dagsburgersals Markgraf ist wohl nur ein Canzleiversehen, im Jan. 1196 in der Hagenauer Pfalz (s. u.S. 441) ist er wieder Graf.
1800 Roger von Hoveden (MGrSS. XXVII 175) meint zwar, auch der dux de Saringessei unter den Kreuzempfängern gewesen. Das ist jedoch eine Verwechselung von Zäh-ringen und Thüringen. Vgl. darüber 0. Abel, König Philipp der Hohenstaufe. Berlin1852, S. 321.