438 1192—1195.
an ßertold übermittelt wurde, dass die weifische und stauferfeindliche Partheiin Sachsen und die Fürsten des Rheines, die Stellung und Eechte der Fürsten,vornehmlich der weltlichen, gegen die Gewalt der kaiserlichen Hand zu wahren,zum Bündnisse zusammengetreten seien 1806 , da schloss auch der Herzogvon Zähringen als ein besonders wichtiger Theilnehmer sich diesem Bundean 1307 , dem sich von anderen nicht niederdeutschen Fürsten auch Ottokarvon Böhmen hinzugesellt hatte. Die Zeiten Heinrich's IV schienen zurück-gekommen-, wie damals Rudolf von Schwaben gedachte jetzt Heinrich vonBrabant getragen von der Hilfe des Bundes die deutsche Krone auf daseigene Haupt zu setzen. Bertold V freilich war kein Mann, der wie seinAhne Bertold I aus reiner Hingabe und Ueberzeugungstreue half: ihm mussteein Gelingen die weitesten Vortheile in Schwaben und Burgund mit derRückgewinnung so manches Verlorenen oder Aufgegebenen bringen. DerKaiser eilte nach Sachsen, trat den dortigen Häuptern des Bundes persönlichgegenüber, einem Bernhard von Sachsen, Otto von Brandenburg, Ludwigvon Thüringen, doch ohne dass etwas von einem Erfolge vernommen wurde.Dies war am Ausgange des Jahres 1192 gewesen; spätestens für den neuenFrühling war der Kampf, den die Fürsten rüsteten, unvermeidlich. Da aberspielte ein unberechenbarer Zufall den Schützer und Bundesgenossen der"Weifen und ihres Anhangs, den König Richard von England in die Händedes Herzogs von Oesterreich und alsbald in die des fast vereinsamten Kaisers:am 14. Febr. 1193 schloss Leopold von Oesterreich zu Würzburg mitHeinrich VI den Vertrag über die Auslieferung des gefangenen Königs ab.Unter den verbündeten Gegnern des Staufers hatte die GefangennahmeRichard's die grösste Bestürzung erregt ; sogleich hatten bei Leopold ver-schiedene Fürsten angefragt, ob denn die Kunde wirklich wahr, wirklich zuglauben sei. Bald genug riss der Wankelmuth empfindliche Lücken in ihreReihen, der Thüringer Landgraf, der Markgraf von Meissen söhnten sich zuerstmit Heinrich VI aus, bei den übrigen verhandelten seine unermüdlich hin- undhergehenden Botschaften. Als der Frühling kam, fand sich Einer nach demAndern, sogar der Herzog von Brabant bei dem Kaiser ein. Und als diesernun gar den Plan einer Zusammenkunft mit Philipp von Frankreich enthüllte,da eilten die letzten rheinischen Herren, getrieben von der eigenen Gefahr undden Bitten des plötzlich auf's Höchste benötheten englischen Königs, derauf der Reichsburg Trifels in sonst fröhlichem Gewahrsam weilte, mit Heinrichihren Frieden zu machen. Heinrich der Löwe, Ottokar von Böhmen undBertold von Zähringen wären damit im Stich gelassen. Den Böhmen setzte
1806 v gl Toeche 238ff. fi. 552ff. Aber auf die Verschwägerung Bertold's V mitHeinrich von Brabant wird nach dem oben (S. 411) über Ida von Boulogne Gesagten keinWerth zu legen sein.
1807 Gislebert chron. Hanon. SA. 248.