Tod Rudolfs von Lüttich. 437
der kriegsgewaltigen bischöflichen Herren dieser Zeiten, eines Christianvon Mainz und Rainald von Dassel von Cöln. Nun wollte er auf derRückkehr die schwäbische Heimath wiedersehen und dort in Ruhe Erholungerwerben, aber statt der Genesung ward ihm schlimmere Krankheit undso ging er hier in die ewige Heimath ein. Er starb in dem Dorfe Herdernim Breisgau, das aus dem Hausbesitz ihm zugefallen war, in nächsterNähe bei seines "Vaters mächtig aufgeblühter Schöpfung, bei Freiburg, undder Tag seines Todes scheint der 8. August 1191 gewesen zu sein 1303 . Sokonnte man ihn in St. Peter bestatten, vor dem Kreuze für sich allein,links von der Grabstätte seines Vaters, Herzog Konrad's 13<u . Die StadtFreiburg verdankt dem Umstände, dass Rudolf in der Heimath starb, eingeschätztes Vermächtniss. Um auf der Kreuzfahrt unter ihrem Schutze zuziehen und zu kämpfen, hatte der Bischof ein Bruchstück, der Reliquien deshl. Lambert von Lüttich, nämlich einen Theil des Hauptes mit sich geführt.Dieser gelangte nun nicht wieder nach Lüttich zurück, sondern ward nachRudolfs Tode auf die Zähringerburg über Freiburg gebracht, von wo erspäter in das Münster transferirt worden ist' 305 . So ist mittelbar durchRudolf von Zähringen St. Lambertus der erste Schutzpatron der StadtFreiburg geworden.
Herdern aber und Rudolfs etwaige sonstige Besitzungen aus demZähringergut fielen, da nichts anderes berichtet und erkennbar ist, damalsan das Haupt des Hauses, an seinen Neffen Bertold V zurück. —
Herzog Bertold hatte sich auch weiterhin fern gehalten von KönigHeinrich VI, der am Ostermorgen des Jahres 1191 auch schon zum römi-schen Kaiser in St. Peters Dom gekrönt worden war. Wir haben dieseHaltung des seine Macht und sein Ansehen so hoch stellenden Herzogs immernoch allein aus den früheren Vorgängen und ihren noch andauernden Nach-wirkungen zu verstehen, denn neuer Grund zur Spannung wird wenigstensnicht überliefert. Und als nun im Jahre 1192 aus dem Norden die Kunde
1803 Das Datum 8. Aug. MGNecr. I 336, Todtenbuch von St. Peter. Es hat, wie auchdie Genealogie aus St. Peter das Jahr 1190; dagegen haben 1191 die Ann. Marbac.MGSS. XVII 165 (in Brisaugia) und die Chron. reg. Colon. SA. 153. Auch Gislebertchron. Hanon. SA. 227 hat das Jahr 1191: ibidem [in Suevia] morari et requiescere cepit
..... infirnütate oppressus decessit. Das widerlegt zugleich die spätere Fabel von seiner
Vergiftung. Für 1191 spricht auch der Tag der Lütticher Neuwahl, der 8. Sept. 1191(Toeche, Jahrbb. Heinrich's VI, S. 219). — In vüla sua Herdra (Herdern) Geneal. Zar.Catal. St. Petri Freib. Diöc.-Arch. XTV 86 und Thenenb. Urb. Freib. Diö'c.-Arch. ib.
1301 Geneal. Zar. St. Petr. Freib. Diöc.-Arch. 1. c. Kolb III 150 u. 154.
1805 Ygj_ gell im Freib. Diöc.-Arch. VII 119ff. Unwahrscheinlicher ist es, dassRudolf die Reliquie nach dem Brande der Lütticher St. Lambertskirche (1185) nach Frei-burg schenkte. Dann wäre sie wohl nicht erst auf die Burg gekommen und wäre derHeilige schon früher in Freiburg verehrt worden, als es thatsächlich geschah.