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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
433
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Gründung Berns. . 433

Im Jahre 1191' 288 gründete Bertold V die Stadt Bern. Ihren Platz hatteer an und über der Aare in ganz ähnlicher Lage gewählt, wie Freiburg i/Ü.gelegen war; es kümmerte ihn jetzt nicht, dass der Grund und Boden Reichs-grund 1289 war, d. h. im transjuranischen Statthaltergebiet, nicht auf demzähringischen Erbgut lag. Gerade an der Pforte des Oberlandes der Aar,das ein Hauptgebiet des Aufstandes war, brauchte er eine feste Stellung.Aus diesem Grunde veranlasste er ihm ergebene deutsche Geschlechter ausdem Zürichgau, sich in diesen Gegenden sesshaft zu machen; so kamen dievon Wediswyl nach Uspunnen und die von Eschenbach nach Oberhofen 129 °.Und in der Nähe davon erhob sich in stürmischer Zeit nun auch dieneue Stadt.

Ueber das wie aber fehlen gleichzeitige Nachrichten und darum mögegestattet sein, aus des Berner Stadtschreibers Darstellung das Glaubwürdigstewenigstens hierher zu setzen. Bertold's Entschluss, wie Grossvater und Vatereine Stadt zu gründen, reifte nach Justinger gerade durch die Burgunder-fehde zur Ausführung: die Stadt sollte friedlichen Leuten eine neue Zufluchthinter ihren Mauern gewähren. So berieth er mitseinen Jägern und Jäger-meistern" über einen günstigen Platz zur Anlage oben (S. 171) hiesses, dass Bertold II den Platz für das Kloster St. Peter durch ortskundigeMinisterialen aussuchen Hess, sie riethen am meisten zu der Hofstätteim Sack", wo die Burg Nideck lag. Die Bezeichnungim Sack" passtin der That vortrefflich auf die nur an einer Seite sich öffnende, von obengesehen beutelartige Plattform, welche der Umschwang der Aare bei Bernumspült. Bertold besichtigte die angegebene Stätte, die damals mit Eichenbestanden war [Eichen auf einem wasserarmen Sandstein-Hochboden ?] undHess den Baugrund abstecken, womit er einen von Bubenberg beauftragte.

1288 Cronica de Berno Böhmer Fontes IV S. 1, auch als Ann. Bern. MGSS. XVII271. In jener Ausgabe auch der (wohl verdorbene) Vers:

Anno milleno centeno cum primo nonageno

Bernam fundasse dux Berehtoldus recüatur.Vgl. auch ib. zu 1218, ferner Justinger S. 12: Freiburg i/Ü. wurde 12 Jahre vor Berngestiftet (er hält sich also für ersteres an den S. 406 besprochenen Brief von1179")und des Zürichers Eberh. Müller Chronik (s. F. r. Bern. I 486), die als Gründungstag denneunten Tag nach St. Valentin giebt, also den 23. Febr.

1289 Handfeste der Stadt Bern von 1218 (abgedruckt u. a. bei Schreiber, Freib. ÜB.I 25ff.; Gaupp II 38ff.; F. r. Bern. II 2ff.) Art. 1 u. 3. Ich glaube der, wie sie vorliegt,als unecht erklärten Urk. (vgl. B.-F. 935) doch dasjenige entnehmen zu dürfen, was denauch sonst durch den Bd. II der Font. rer. Bern, verbürgten Verhältnissen entspricht. Auch"Winkelmann, Jahrbb. Friedrich's II S. 4, Anm. 5 vermuthet eine echte Theilvorlage. Aehnlich, wie Bertold V auf Beichsgut baute, hatte einst sein Vater bei der Anlage vonFreiburg i/Ü. eine Stätte gewählt, die nur zu 8 /« ihm, zu 1 /t dem Kl. Päterlingen gehörte.

1290 ygL über (j as Vorkommen und Auftreten dieser freien Geschlechter in diesenGegenden die Urkk. im Soloth. "Wbl., Jahrg. 18271831 und F. r. Bern. II passim.

Heyck. 28