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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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432
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432 1190. 1191.

kann man wohl behaupten, in einem reich entwickelten, mit Klöstern undStädten begabten Lande hier und da geschichtliche Aufzeichnungen ver-anlasst haben, von denen etwa nur durch leidigen Zufall so sehr spärlicheBruchstücke von hier und da auf uns gekommen sind und die jenen Ge-schichtsschreibern sehr wohl noch als reichlichere Quellen fliessen konnten.Dazu gewinnt deren Erzählung gerade bei argwöhnisch-genauer Betrachtung.Woher sollte z. B. Tschudi 1285 , wenn er etwa erfand oder Erfundenes weiter-gab , dabei einmal das bestimmte und in sich kalendarisch vollkommenrichtige Datum Charfreitag d. 12. April 1191 haben oder warum es sichmühsam in einer Zeit, da man Unbeglaubigtes durchaus unbefangen erzählte,verschaffen? Immerhin wollte ich ihren Bericht von jenen verlässlicherenAngaben trennen. Er lautet kurz zusammengefasst und möglichst gereinigtdahin:

Im Breisgau zog Bertold bei der Nachricht von dem grossen AufstandeWälsch-Burgunds i. J. 1190 seine Truppen zusammen, eilte dann zur Auf-nahme der ihm von dem Grafen von Habsburg zugeführten Verstärkungen inden Zürichgau und drang sodann zunächst bis Burgdorf vor.

lieber die Aare ging er bei Aarberg und wandte sich gegen Wiflisburg[das lausannisch war!]. Jenseits Wiflisburg, nach Päterlingen zu, standendie Aufrührer und als es hier zum Kampfe kam, wurden sie völhg auf's Hauptgeschlagen.

So waren die wälschen Theile vorläufig niedergezwungen. Aber dieunterlegenen führenden Dynasten wussten dem Herzog andere Ungehorsamezu schaffen: sie rührten i. J. 1191 alles üchtländische Oberland und dieNachbarschaft auf; Unterseen, Thun, Simmenthai und was aufwärts lag,waren im vollen Aufstande; auch die Walliser schlössen sich an 1266 . AberBertold zog mit seiner Macht hinauf, zwang Thun zum Gehorsam undbrachte die aufständischen Haufen am Charfreitage, den 12. April, imThale Grindelwald zum Kampfe, in welchem auch sie vollkommen unter-lagen 1287 .

1285 g rsg> v# i sel i nj B asel 173 4 ) Bd j g _ 94> j us tinger S. 12 giebt den Charfreitagohne bestimmteren Datumszusatz.

1286 Das Gedenkkreuz bei St. Ulrichen im Wallis, von dem S. Furrer, Gesch.von Wallis, Bd. III (Quellen) zu 1211 beklagt, dass es nur hölzern sei und das daherüberhaupt schwerlich ein besonders hohes Alter hat, wird herkömmlich zu 1211bezogen. Die Theilnahme der Walliser ist der wundeste Punct der obenstehendenErzählungen.

1287 An einen nochmaligen Zug in's Wallis in diesem Jahre ist sehr schwer zu glauben.Wäre etwa 1191 die sagenausgeschmückte schwere Niederlage Bertold's durch die Wallisergeschehen, die von Anderen mit den Ereignissen von 1211 in Verbindung gebracht wird,so hätte der Herzog sich nicht so, wie er es that, seiner Niederwerfung der Burgunderrühmen können.