Schreiben für Rüggisberg an Cluny. 429
seher noch ihr Vorseher 12750 zu sein vermochte. Ich hörte daher und nahmes wohl auf, dass er nunmehr fiirsichtig uns die Propstei zurückstellte undso ist dieselbe in geistlichen und weltlichen Dingen verwaist. Wir gebenbittend eurer Erhabenheit anheim, sie keinem Landfremden zu übertragen,sondern sie einem bestimmten, der in dem Kloster selbst Decan ist, einemehrenwerthen und in jeder Beziehung in guten Sitten wandelnden Manne,den dort Alle selbst wünschen, auf unsere Fürbitte hin zu verleihen.Denn ich vertraue, dass durch Diesen alle Schäden gebessert werdenkönnen." —
Gegen Ende des Jahres 1187 wird des Herzogs Bertold auch als Vogtsvon St. Blasien gedacht. Das Kloster hatte schon seit 40 Jahren Streit mitden Nonnen zu Sulzburg wegen eines Zahlungsanspruches. Im November oderDecember des genannten Jahres trafen nun Abt Manegold von St. Blasien undder Abt Kuno von Erlach (am Bieler See) als Visitator Sulzburgs zusammenund kamen überein, den alten Streit einfach fallen zu lassen und die Freund-schaft der Klöster wieder herzustellen; den St. Blasiern sollte nicht ver-wehrt sein, die im Besitze Sulzburgs befindlichen Güter, für die sie dieZahlung forderten, auch fortan in ihre Schriften und in die Bestätigungs-Urkunden ihres Besitzes als ihr eigenes Gut eintragen zu lassen. Das ge-schah mit Zustimmung der beiderseitigen Vögte, die aber anscheinend beiAbschluss jenes Vertrages nicht anwesend waren 1276 .
Für die folgenden Jahre fehlen Nachrichten über den Herzog. Ver-gebens sucht man ihn am Hofe des Kaisers oder des jungen Königs. Ermochte das hingebende Verhältniss seines Vaters zu den Staufern als eineSchwäche betrachten, die von diesen nur ausgenutzt worden war. Um somehr, als der Kaiser und sein Sohn gemeinschaftlich am 18. Mai 1188 demGrafen Balduin von Hennegau noch einmal das Namurer Erbe zusicher-ten 1277 und als sich im Breisgau selbst, jetzt wohl vollendet und von derSchlosshöhe zu Freiburg sichtbar, die neuen Befestigungen auf dem trotzigenFelsen zu Breisach erhoben.
Merkwürdigerweise ist aber auch keine Regierungshandlung Bertold'sVin seinen Landen aus diesen Jahren in Nachricht erhalten. Man hat gemeint,er sei mit dem deutschen Kreuzheere gezogen, das der alte Kaiser am11. Mai 1189 von Regensburg aus in das Morgenland führte. Aber das isteine Verwechselung mit Graf Bertold von Nimburg, die sich schon früh die
m6a non preesse poterat neeprodesse.
1376 Urk. v. 1187 Neugart Cod. II 112. Die nähere Datirung ergiebt sich daraus,dass al3 damaliger Papst Gregor VIII von den Urkundenden erwähnt wird, der am 21. Oct.desselben Jahres gewählt war (und am 17. Dec. schon starb). — Vgl. auch Martini, Sulz-burg, S. 16.
1277 Gislebert chron. Hanon. SA. 185 f.; St. 4628.