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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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412
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412 1184.

Schon zur Zeit des Constanzer Friedens hatte Kaiser Friedrich auf Pfing-sten 1184 nach Mainz eingeladen, wo die Schwertleite seiner heiden älterenSöhne stattfinden sollte. Als nun das liebliche Fest herannahte, da ritt auchder alte Herzog Bertold in die hölzerne Feststadt ein, die in der fröhlichenEbene zwischen Taunus, Rhein und Main für die Fürsten, ihr Gefolge und dieerwarteten ungeheuren Volksmengen errichtet stand. Er selber kam nichtmit absichtlich prunkvoller, von den Chronisten besonders geschilderter Mann-schaft, wie der prahlende Böhmenherzog mit allein 2000 Rittern, wie Philippvon Cöln, Konrad von Mainz, der Bruder Otto's von Baiern, wie der Pfalz-graf Konrad bei Rheine, der Landgraf von Thüringen und neben diesen auchder Erzbischof von Magdeburg, der neue Herzog Bernhard von Sachsen, derHerzog Leopold von Oesterreich und der Abt von Fulda. Neben diesen allenerscheinen weiter noch, abgesehen von der ganzen kaiserlichen Familie, dieErzbischöfe von Bremen, Trier und Besancon, die Bischöfe Rudolf derZähringer von Lüttich, die von Utrecht, Cambrai, Metz, Toul, Verdun,Worms, Speyer, Strassburg, Basel, Constanz, Ohur, Würzburg, Bamberg,Regensburg, Münster, Hildesheim und Meissen, die Reichsäbte, die HerzogeWeif, Otto von Baiern und der Brabanter, die Markgrafen Otto von Branden-burg Albrecht des Bären Sohn, Otto von Meissen, Ottokar von Steyermarkund Hermann von Baden, die Pfalzgrafen von Baiern und von Tübingen, derGraf Gerhard von Macon, Oheim der Kaiserin Beatrix, der Graf Balduinvon Hennegau und viele andere Grafen, unter diesen auch Boppo von Laufenaus der Gegend des mittleren Neckar 1248 .

Dazu unzählige edle Herren und Ritter; diese allein schätzte man auf70 000; ohne die vielen vielen Kleriker, die Spielleute und Fahrenden unddas herbeigeströmte Volk. Man erinnerte keine Versammlung, wie diese, undHeinrich von Veldeke, der des Aeneas und der Dido Hochzeitsfest mit denWundern des Mainzer Tages ausstattete, meinte voll Ueberzeugung, noch bisan den jüngsten Tag werde man von diesem Feste nicht aufhören zu singenund zu sagen.

Herzog Bertold wird an den Feierlichkeiten (20.22. Mai) Theilgenommen haben, tritt aber nicht besonders darin hervor. Dagegen ist hierzu erzählen, wie gerade in diesen Tagen der Kaiser noch einmal den Vortheildesjenigen Fürsten verkümmert hat, der ihm fast alle seine Zeit der uneigen-nützigste Helfer und Freund gewesen ist.

Der alte Graf Heinrich von Namur und Lützelburg m9 ging seit langeohne Kinder dem Grabe entgegen. Die Erbansprüche standen ursprünglichin erster Linie bei Herzog Bertold von Zähringen als dem Sohne der älteren

1248 Nach Gislebert chron. Hanon. SA. 142 ff. und den Urkk. St. 4373 u. 4374.

1249 Ueber das Folgende Gisleb. chron. Hanon. SA. 144ff. u. St. 4374. S. oben S.391.