398 1176—1178.
vom 6. Oct. 1175 ihm bewiesen hatte, dass er die Grossen Burgunds an seinerSeite finde, und er nicht minder danach ihr anerkannter Herr blieb, so konntedas doch nicht hindern, auch dem Bürgerthum dort eine Stätte zu gründen.Er mochte noch im Sinne tragen, wie der Buhm desjenigen Burgunds, daser verloren hatte, ehe er es recht besass, von Westjuranien bis zum tyrrheni-schen Meere hinab, seine herrlichen und blühenden Städte waren; geradeüber eine von ihnen, Vienne, hatte er einmal eine Verfügung erlassen können.Wenn ferner gerade jetzt Zürich wieder sein geworden war, so konnte derBlick auf diese bedeutendste Stadt Alamanniens nur noch mehr darauf führen,auch dem städteermangelnden Transjuranien ein kräftiges Bürgerthum unterzähringischer Hoheit zu schaffen.
Er wählte im Uechtland (an der Saane) eine Baustätte, die ganz der-jenigen glich, auf der sich an der Emme der bisherige zähringische Hauptort inBurgund, Burgdorf, erhob und die auch derjenigen ihm wohlbekannter schwäbi-scher Burgen am oberen Neckar entsprach. Bern ist später von seinemSohne, der schon die Gründung Ereiburgs mit angesehen hat, in ganz ähn-licher topographischer Lage gegründet worden. Der tief in den felsigenBoden eingegrabene Fluss umgiebt durch eine Schlinge, eine fast vollkommeneBiegung eine Plattform, deren Ebene in der Höhe des Gesammtgeländesliegt und nach 3 Seiten steil zu dem sich herumschmiegenden Wasser abfällt.So sind drei ihrer Seiten schon durch die Natur befestigt, nur die vierte istgegen das Land hin offen, aber an dieser verhältnissmässig schmalen Seitedurch eine Befestigung von Uferhang zu Uferhang hinüber leicht abzusperren.
Der Bau der Stadt Freiburg muss etwa von 1176 ab im Werke gewesensein, denn schon i. J. 1178 gab es den Ort mit dem Namen Freiburg, gab eseine Kirche und Häuser daselbst und Friburgenses 1206 .
Der vierte Theil des Grund und Bodens der Baustätte war, was vondem Herzoge entweder zunächst nicht beachtet oder späterer Begelung vor-behalten worden war, Eigenthum des Klosters Päterlingen (Payerne). Geradeauf diesem Theil erhob sich die von Bertold zu Ehren des Handelspatrons erbauteKirche, die Vorläuferin des heutigen, i. J. 1283 begonnenen schönen gothi-schen St. Nikolausdoms. Wir dürfen wohl auch daraus, dass der ältere Bau,
1206 Urk. Guichenon, Bibl. Sebusiana, Lyon 1660. Cent. II Nr. 83, S. 313f. ausdem Turiner Archiv. Soloth. Wbl. 1812 S. 343. Recueil dipl. du ct. deFribourgl (1839) 1,daraus F. r. Bern. I 458. Das Vidimus von 1300, das i. J. 1660 in Turin war (nicht Ori-ginal, wie die F. r. Bern, angeben) habe ich nicht kennen gelernt. Die Abschrift im Frei-burger Cantonsarchiv hat auch,- wie Guichenon's Druck nach jenem Vidimus, die Jahres-zahl 1178, nicht 1177, wie der Abdruck des Recueil hat. Da der Annunciationsstil der Lau-sanner Diöcese zu berücksichtigen ist, ist die Urk. zwischen dem 25. März 1178 u. 24. März1179 gegeben worden. —
Die Gründung Freiburgs ist behandelt von Berchtold, hist. du ct. de Fribourg,Fribourg-en-Suisse 1841, 1, S. 30ff.