Verhältnisse in Lausanne. Zollernkrieg. 397
gegenüber Verzicht ablegte und an einem 7. Dec. in Lausanne, wo man ihm zuverbleiben gestattete, starb. Nach dem Frieden von Venedig hatte alsoBertold mit Bischof Roger, dem ersten Kämpfer gegen seine Reichsvogtei imBisthum Lausanne, zu rechnen.
Noch in demselben Jahre, da jener Hoftag stattfand, 1175 1204 , bekriegteBertold die Zollern und nahm die Burg Fürstenberg ein. Die Ursache derFehde bleibt, wie alle näheren Umstände, in Dunkel; es ginge wohl kaum an,hier darauf hinzuweisen, dass Zähringen und Zollern sich schon vor 11 Jahrenin der Tübinger Fehde in Waffen gegenüber befunden hatten. Da auf derBaar zähringisches und Zollerngut durch einander lagen, konnte eine neueSpannung leicht aus gelegentlicher Veranlassung entstehen. Nur eines lässtsich aus späterem Wissen der annalistischen Nachricht noch hinzufügen: dassdie eroberte Burg im Besitze des zähringischen Hauses verblieb.
Der Zollernkrieg unterbrach anscheinend nur auf kurze Zeit die in dieseJahre fallende besondere Aufmerksamkeit Bertold's IV für seine burgundi-schen Lande. Die Aufstellung, welche den Herzog im Jahre 1176 bei demdeutschen Heere in Italien finden will, ist abzuweisen. Zwar nennt ein Briefjener Zeit 1205 unter den in der grossen Niederlage von Legnano am 29. Mai1176 Gefangenen an erster Stelle einen Herzog Bertold. Aber das muss dieirrthümliche Rangbezeichnung eines der bei dem Heere anwesenden dreiBertolde, des Markgrafen von Istrien oder Görz, seines Sohnes Bertold'svon Andechs, oder des Markgrafen von Vohburg sein.
Vielmehr beschäftigte den Herzog von Zähringen in dieser Zeit eineganz andere Angelegenheit, der Bau einer Stadt inmitten Burgunds. Er hattedie alte bürgerfreundliche Politik seines Hauses wiederaufgenommen; wiesein Vater Konrad, wollte auch er ein „Freiburg" gründen. Aber in denjüngeren Gebieten des zähringischen Scepters. Wenn auch gerade der Tag
1204 Ann. SGeorgii in nigra silva MGSS. XVII 296: Bellum inter ducem Bertliol-dum et Zolrenses. Dux occupavü Fürstenberc. Sie stellen diese Fehde zu derselbenJahreszahl zeitlich hinter den Bergsturz bei Chillon, was möglicherweise nicht massgeblichist. — Schmid, Hohenzollern II 173ff. zieht auch Gillum als Twiel in seine Ausführun-gen über die Zollernfehde mit hinein. Schon der "Wortlaut der St. Georgener Nachrichtverbietet, einen Zusammenhang zu erkünsteln, beide Ereignisse werden ohne innere Ver-bindung lediglich zu demselben Jahre neben einander gereiht und nur die Person Bertold'sist ihnen gemeinsam.
1206 Bei Radulf von Diceto MGSS. XXVII 268. Bertold von Zähringen kann esnicht sein, da er 1) nach den Urkk. vor und bis zu der Schlacht von Legnano nicht imHeere Friedrieh's erscheint, 2) auch keine erzählende Quelle ihn an dem Feldzuge theil-nehmen lässt, 3) er bald danach in der Lage ist, dem Kaiser von Burgund aus zu helfenund 4) schon vor dem Frieden von Venedig in Zürich urkundet.
Auf Bertold von Zähringen beziehen die Notiz Savioli, Ann. Bologn. IIa 62, Giu-lini, Mem. della cittä . . . di Milano, VI 475, Raumer, Hohenstaufen II* 255, Chr. Fr.Stalin II 294, Giesebrecht V 790.