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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
395
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Das Unglück von Chillon. Burgundertag. 395

Söhne Heinrich und Konrad genannt. In ihrer aller Gegenwart schenkteHerzog Bertold an das Kloster Rüggisberg auf die Bitten seines PropstesKuno von Crissach die Schübelenmatte an der Galtern, einem Nebenflussder Saane. Dieses Landstück hatte bisher der edelbürtige Werner vonSulgen von Herzog Bertold zu Lehen getragen und nunmehr auf dasselbe zuGunsten des Klosters verzichten wollen, was durch Bertold's entgegen-kommende Verfügung vervollständigt wurde 1197 .

Wo dieser grosse Burgundertag stattfand, wissen wir nicht; jedenfallsnicht in Lausanne selbst, da unter den Zeugen kein Domkleriker von dagenannt wird und aus sogleich zu erörternden Gründen. DasHerzog vonBurgund", mit dem sich Bertold gegen die Uebung der letzten Jahre wiederbezeichnet, dürfen wir, wenn es nicht etwa auf Rechnung eines ungenauenCanzlisten zu setzen ist, vielleicht dem gehobenen Gefühl zuschreiben, mitdem den Herzog der stattliche Besuch dieses Tages erfüllen konnte 1198 .

An dieser Stelle sei wieder ein Blick auf Lausanne geworfen. Lausannewar das einzige Bisthum, in welchem dem Herzog Bertold die Ausübung derReichsvogtei erhalten geblieben war. Ausserdem erwarb Bertold IV zuBischof Landerich's Zeit von Otto und Wilhelm, Herren von Gerenstein, dieeigentliche Bisthumsvogtei von Lausanne, was Landerich anfänglich durchEinspruch hindern wollte, wozu ihm der Eid des Herzogs von 1157 genugBerechtigung gab, jedoch geschehen lassen musste, obwohl Bertold die Ver-letzung seines Eides durch eine zweite Ungebühr verdecken wollte, nämlichdadurch, dass er davon absah, den Bischof als Lehnsherrn dieser Vogteianzuerkennen und ihm den Mannschaftseid zu leisten n ". Spuren eineserheblich getrübten Verhältnisses zwischen Bertold und Landerich findensich jedoch nicht; schon flüchtig berührt ist eine Urkunde des Bischofs ausdem Jahre 1165, die mit der Datirungzur Zeit des Kaisers Friedrich undBertold's des Rectors von Burgund" schliesst 1200 . Dass wir aber nunmehrnach 10 Jahren denselben Bischof bei Bertold treffen, mochte die unmittel-bare Folge von besonderen Vorgängen der Zwischenzeit sein.

Bischof Landerich hatte seine Regierung ehrlich benutzt sein Bisthummöglichst zu fördern 1201 . Er war ein Herr, der ihm eine Anzahl Besitzungen

ii97 rjrij. F. r. Bern. I 454f. Der unter den Zeugen genannte edelfreie Burchardaus Thun kommt auch als Burchard von Uspuunen vor. Vgl. Schweiz. Geschichts-forscher VII 2.

1198 dux Burgundie. Das Letztere ist viel wahrscheinlicher; auch gerade in demplanenden Trotzgefühl von 1161 hatte sich Bertold ja mit diesem sonst aufgegebenenTitel bezeichnet.

1190 So ist dies Unterlassen näher zu verstehen, das MDSR. VI 48 u. 523 berichtetwird. Leider lässt sich die Zeit nicht genauer bestimmen.

1M0 MDSR. 1 196f.

1201 Dies und die folgenden Einzelheiten nach der Chronik des Chart, von Lausanne