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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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394 1175.

gewiss gleichem Grade wie unter den übrigen gewüthet und die zähringisclieStreitmacht zusammenschmelzen lassen. Ausserdem beschäftigten Bertoldwichtige landesherrliche Aufgaben in den noch wenig an die Herrschaftseines Hauses gewöhnten Gebieten. So tbeilte er die allgemeine Unlust derdetitschen Laienfürsten die neue Romfahrt mitzumachen und der Kaiserkonnte gerade ihm das um so weniger verübeln, als Bertold ihm schon sooft ein werthvoller Waffengefährte gewesen war und als gerade jetzt derBruder des Herzogs, Rudolf von Lüttich, ihm 1000 Mark Silbers für seineHeerfahrt vorstreckte 1195 .

Dennoch finden wir den Herzog Bertold dann innerhalb des nächstenJahres 1175 am Genfer See auf der in's obere Rhönethal und zum St. Bern-hard führenden Strasse. "Wir wissen das, weil ihn hier ein grosses Unglücktraf, das ein Annalist aufgezeichnet hat: in der Nähe des Schlosses Chillonverlor er durch einen Bergsturz eine grössere Anzahl seiner Bitter 1196 . Fallsder Herzog, wie zu vermuthen nahe liegt, damals doch dem Kaiser, der desZuzuges wirklich sehr bedürftig war, seine Truppen zuführen wollte, sowar dies Ereigniss gewiss geeignet, ihm Halt zu gebieten.

Gerade in diesem Jahre 1175, am 6. Oct., finden wir den Herzog mitseinem Bruder Hugo und seinem Sohne Bertold auf einer grossen Ver-sammlung unter den ihm unterstellten Grossen Burgunds. Diese sind derBischof Landerich von Lausanne, die Edelherren Konrad von Belp und seinSohn Budolf, Ulrich von Neuenburg, Graf Hupold von Laupen und seinBruder Ulrich, Lutold der Vogt von Büggersberg, Werner von Oberhofenund Burchard, beide aus Thun, Heinrich, Werner und Burchard nebst seinenSöhnen von Heimberg, Burchard, Ulrich und Budolf von Simmenthai, Wil-helm, sein Neffe Ulrich und Rudolf von Weissenburg, Heinrich von Kien,Heinrich von Strättlingen, Burchard von Belp, Ernald von Buchegg, Hessovon Grenchen, Werner von Siegnau, Rudolf von Weiler. Von den zähringi-schen Ministerialen werden der Marschall Gottfried von Staufen, der TruchsessWerner von Rheinfelden, Hugo von Jegensdorf, Albert vom Thor (de Porta)aus Burgdorf, der junge Anselm, und die von Utzenstorf, Heinrich und seine

"» St. 4557.

lle6 Ann. SGeorgii in nigra silva MGSS. XVII 296. Man hat auch an den Twielgedacht. Aber der grösseren Nähe der Lage oder einer sich erst anschliessenden Combi-nation wegen darf man doch nicht castellum Gülum mit Burg Twiel übersetzen. DieStrasse zwischen dem See und den Bergen bei Chillon ist geeignet genug für den Schauplatzeines solchen Unglücks, dessen Kunde von da eben so gut als vom Twiel aus zu den mitHerzog Bertold als ihrem Schirmvogt und zu seinen Leuten in nahen Beziehungen stehen-den Brüdern von St. Georgen kam. Chillon kommt ausserdem ganz ähnlich wie Gülum:ChiUun, Chyßßun, Chülon, Quilon wirklich in verschiedenen Bänden der MDSR. vor.

Die oben im weiteren Text erwähnte Vermuthung rührt von Wurstemberger 1. o.II 277 her.