Heimfall Zürichs. 393
dass die Herzöge in den von jetzt an im Laufe der Zeit für Zürich gegebenenUrkunden, die später im Einzelnen zu behandeln sein werden, gerade daraufhinweisen, dass sie die ausübenden, die Kastvögte — wie es die Lenzburgergewesen waren — seien, wobei sie freilich nicht verfehlten zugleich zu be-tonen, dass i h r Recht fortfahre unmittelbar vom Reiche zu gehen. Aus der1098 so eigenthümlich getheilten Vogtei war nun eine einzige und voll-kommene geworden.
Am 20. Febr. 1173 war Friedrich auf der Lenzburg, umgeben vonHerzog Bertold, Graf Rudolf von Pfullendorf, Graf Hartmann von Kyburgund seinem Bruder Ulrich, Walter von Eschenbach, Walter von Iberg,Walter von Hunberg, dem Bischof Ludwig von Basel und den Aebten Diet-helm von Reichenau und Konrad von Murbach. Er stellte daselbst dasKloster Interlaken in seinen Schutz und übernahm dabei einfach die Sätzeder Urkunde Konrad's III über den Herzog von Zähringen als Rector Bur-gunds 1192 . So waren also auf der Stammburg des erloschenen Geschlechtesalle, die an ihrer Hinterlassenschaft betheiligt waren, versammelt, mit Aus-nahme nur des Grafen von Habsburg und des Vertreters des Klosters Bero-münster im Aargau, an welches Ulrich bedeutendere Schenkungen vermachthatte. Diese bestätigte der Kaiser dem Kloster nebst seinen sonstigen Be-sitzungen am 4. März in Basel, wohin Bertold und der Baseler Bischof mitihm gegangen waren und wo wir auch den Grafen Rudolf von Pfullendorf undUlrich und Hartmann von Kyburg wieder, ebenso den Herzog Matthäus vonLothringen, die Grafen Werner und Friedrich von Homberg, Arnold vonRottenburg, Ulrich von Eschenbach und Johannes von Bütikon finden 1193 .
Der Kaiser ging zu Ostern (8. April) nach Worms, wo er das Fest miteiner grossen Anzahl von Fürsten beging 119 *. Ob Bertold ihn soweit be-gleitete, wissen wir nicht. Jedenfalls konnte es der Herzog mit Genugthuungempfinden, dass ihm diesmal sein Recht, der Zurückfall Zürichs, durch denüberlegenen staufischen Herrscher nicht verkümmert worden war.
Trotzdem werden wir es verstehen, wenn Bertold, als der KaiserEnde 1174 wieder über die Alpen ging, ihm seine Truppenkräfte noch nichtzur Verfügung stellte. War auch er selber i. J. 1167 mit der blossen Krank-heitsgefahr und den Nöthen des Rückzuges, die er theilte, davon gekommen,so hatte doch die entsetzliche Krankheit unter seinen Mannen damals in
1192 St. 4141. BerthoUus dux de Zaringuen. Der Abdruck F. r. Bern. I 450f. (derauch an die Echtheit dieser Urk. für Interlaken nicht glauben will) lässt übrigens in derZeugenreihe (entgegen dem Schöpflin'schen) eher abtheilen: „Hartmann Graf von Kyburg,Ulrich und sein Bruder Walter von Eschenbach". Es gab sowohl Ulrich von Kyburg, wieUlrich von Eschenbach.
1193 St. 4142. Berchtoldus dux de Zeringe.
1194 Ohron. reg. Colon. SA. 123.