392 1171-1174.
Bertold kehrte somit verhältnissmässig bald, wohl noch in der Mitte desJahres in die Heimath zurück 1185 , während Friedrich vom August bis Octoberhauptsächlich in Aachen verweilte und dazwischen Ende September auchLüttich besuchte, von wo ihn Bischof Rudolf nach Aachen zurückgeleitete.
Vielleicht war Bertold IV bei jener Reise begleitet von seinem gleich-namigen Sohne, an den wenigstens die Uebertragung der Trierer Stiftslehenmit geschah. Der junge Bertold, der später als Herzog das Geschlecht be-schloss, wird hier, i. J. 1171, zum ersten Male erwähnt.
Zu Anfang des Jahres 1173 führte ein Ereigniss, das für Herzog Bertoldin hohem Grade wichtig war, auch den Kaiser nach dem südlichen Ala-mannien; das Aussterben des lenzburgischen Hauses.
Graf "Werner hatte seit 1145 U86 seine Züricher Vogtei, ohne sich irgend-wie um den Herzog von Zähringen zu kümmern und ungestört bis zu seinemTode, den er 1159 bei Crema fand, ausgeübt. Ihm folgte sein Bruder Kuno,und nach dessen Verschwinden aus den Quellen erscheint ein zweiter Bruder,Arnold, der nach 1172 nicht mehr vorkommt 1187 . Auch der alte Freundder staufischen Herrscher, Graf Ulrich, war kürzlich, am 8. Oct. 1172, ge-storben 1188 . Die Lehen des Geschlechtes fielen an den staufischen Kaiserzurück, der zugleich einen Theil der reichen Allodialgüter erbte 1189 , aus wel-chen, neben reichen Schenkungen für die Kirche, auch die Kyburger erbten.Die Grafschaft im Zürichgau, welche die Lenzburger auch gehabt hatten 119 °,wurde nunmehr, vielleicht schon damals mit Ueberlassung eines Theils öst-lich des See's und der Limmat an die Grafen von Kyburg, vom Kaiser anGraf Albrecht HI von Habsburg gegeben 1191 . Die Vogtei über Zürich aber,welche die Zähringer nach dem Abkommen von 1098 in nomineller Ober-gewalt, die Lenzburger thatsächlich allein innegehabt hatten, fiel nun ganzvon selber, sogar ohne eine — wenigstens ohne eine erhaltene — kaiserlicheBestätigung in ihrem vollen Umfange an das Zähringerhaus; von jetzt an übtedieses die Vogtei über Zürich wirklich aus. Dem entspricht der Umstand,
lies vgl. St. 4127—4129.n86 Vgl. obenS. 303 ff.
1187 Vgl. ausser v. Mülinen, die Grafen von Lenzburg, Schweiz. Geschf. IV lff.G. v. Wyss, Abtei Zürich, S. 18 f. u. 22, u. Fr. v. Wyss, Zs. f. Schweiz. R. XVII 44f.
1188 „proxime" vivens Urk. St. 4142 vom 4. März 1173. Ebenda wird Ulrich alspraedives bezeichnet. Den Todestag bietet das jetzt vermissteTodtenbuchvonBeromünster,vgl. F. r. Bern. I 450.
1189 Otto SBlas. SA. 445.
111,0 G. v. Wyss 1. c. S. 22, Anm. 96. Fr. v. Wyss 1. c. 47 (auch Kopp, Gesch. d.eidgenöss. Bünde III 1, S. 455, 460).
1191 Otto SBlas. SA. 445. Kurze Erwähnung, die sich der Auffassung Kopp's, Welti'sund Fr. v. Wyss' über die Verkleinerung der Grafschaft anschliesst, in A. Schulte'sHabsb. Studien MJÖG. VIII 578 (die Buchausgabe ist mir unzugänglich).