Heinrich der Löwe scheidet sich von dementia. 381
Recht, wenn man diese verwandtschaftliche Verbindung der Häuser Zähringenund Savoyen in Beziehung damit gesetzt hat, dass sich hernach der Graf imBesitze des Regalienverleihungsrechtes im Bisthum Sitten findet 1167 , welchessomit Bertold IV auf ähnliche Weise an seinen Schwager abgetreten habenwürde, wie früher das für Genf an den dortigen Grafen, nur dass es in Sittennicht missbraucht wurde und daher bis zu der aus anderweitigen Ursachengeschehenen Aechtung des Grafen (i. J. 1184) in Rechtskraft blieb. Nachder Beilegung dieser Angelegenheit i. J. 1189 wurde es freilich nicht wiedermit zurückerstattet, so dass Sitten seitdem reichsunmittelbar blieb. EineTochter aus dieser zweiten Ehe Clementia's wurde i. J. 1173 mit dem damalsvierzehnjährigen englischen Königssohne Johann, dem späteren König Johannohne Land, verlobt, starb aber schon vor der Vermählung i. J. 1174.
Es ist sehr schwer zu verstehen, wenn wir nach all' diesen Vorgängenden Herzog Bertold am 8. Juli 1163 am kaiserlichen Hoflager zu Selz undin einer daselbst ausgestellten Kaiserurkunde als Zeugen finden 1158 . So vielist trotz dieser Begegnung und trotzdem ihm der Kaiser hier absichtlich,ganz in der alten Art, wieder einmal den Titel von Burgund gönnte, sicher,dass Friedrich den einst so treuen und eifrigen Freund noch nicht zurückgewann und dass sich die abseits gedrängte starke Empfindung und Thaten-lust des Herzogs in der nächsten Zeit noch in Bahnen bewegten, welchedie des Staufers kreuzten. Um so freier, als der Kaiser im Herbst 1163abermals nach Rahen zog.
In Schwaben ging der Zündstoff auf, den die Jahre unumschränktenkaiserlichen Schaltens aufgehäuft hatten. Hier glimmte ausserdem noch derFunke eines älteren Zwistes; es bedurfte nur des Anfachens, um sofort zweigrosse Partheien in "Waffen stehen zu lassen 1159 . Der Pfalzgraf Hugo vonTübingen nämlich hatte einen weifischen Mann hängen lassen und HerzogWeif VI es vorläufig bei der auf seine Beschwerde gegebenen Antwort Hugo's,der übrigens Lehen von ihm trug, bewenden lassen. Nun griff aber der jungeWeif (VIT), als er einige Zeit nach diesem Vorfall aus Italien zurückkehrte 1160 ,wohin dafür der Vater ging, die Sache wieder auf und forderte ein Mal überdas andere von dem Pfalzgrafen Genugthuung, bis dieser im Einvernehmen
1167 Vgl. die Urk. König Heinrich's VI von 1189 Mai 7. St. 4644. Die im Text er-wähnte Vermuthung rührt von Joh. v. Müller her.
1168 St. 3982. Bertoldus dux Burgundionum. Zusammen mit dem Bischof von Strass-burg und anderen Klerikern, dem Pfalzgrafen Konrad, Graf "Wetzel von Eberstein, Ulrichvon Herrlingen und Otto von Geroldseck.
1169 Die Quellen sind: Otto SBlas. SA. 437f., Hist. Weif. SA. 37ff. (Chron. Ursperg.SA. 46f. aus der Hist."Weif.); Ann. Zwiefalt. mai. MGSS. X 56; Mores temporum MGSS.XXTV238.
neo Yg]_ £k er i^ cjj ri -pr. Stalin II an versch. Orten. Er starb schon 1167, seinesVaters einziges Kind.