380 H62. 1163.
"Weifen zu trennen, auf deren Verwandtschaft sich Jener verlassen zu könnenglaubte.
Als Friedrich über Ulm kommend am Ende November in ConstanzHoftag hielt, war wieder Heinrich der Löwe an seiner Seite. Nie sind derKaiser und der mächtigste Herzog des Reiches inniger mit einander verbundengewesen, als in diesen Jahren. Jetzt sprach der Kaiser den Wunsch aus UM ,dass Heinrich sich von seiner zähringischen Gemahlin scheide. Heinrich aberist darauf eingegangen; vielleicht insofern mit weniger schwerem Herzen, alser noch keinen Nachfolger besass. Denn von dementia war ihm ausser einerTochter nur ein Sohn geboren worden und dieser, Heinrich mit Namen, warals kleines Kind in der herzoglichen Residenz zu Lüneburg durch einen un-glücklichen Fall vom Tisch um's Leben gekommen 1152 . Das alles waren freilichkeine Gründe, auf welche hin die Kirche eine Scheidung genehmigen konnteund diese erfolgte daher auf Grund zu naher Verwandtschaft 1153 . Am 23. Nov.1162 trennte sich Heinrich von der Gemahlin, die ihm durch 15 Jahre treuund hilfreich zur Seite gestanden hatte. Die Tochter Heinrich's aus diesernun gelösten Ehe, Gertrud, ist dann i. J. 1166 die Gemahlin des Schwaben-herzogs Friedrich „von Rothenburg", des Sohnes K. Konrad's IH, und nachdessen frühem Tode (Aug. 1167) Kanud's, des Sohnes des Dänenkönigs"Waldemar geworden U54 . Als Königin auf dem Throne Dänemark's ist dieTochter der Zähringerin i. J. 1196 gestorben.
dementia weilte nach der zu Constanz vollzogenen Scheidung zunächstaller "Wahrscheinlichkeit nach bei ihrem Bruder. Von einer Rückgabe ihresHeirathsgutes, das Heinrich ja an den Kaiser vertauscht hatte 1155 , oder voneiner Entschädigung verlautet gar nichts, was höchst bezeichnend für dasEinverständniss Friedrich's und Heinrich's und die Isolirung Bertold's ist.dementia ist danach noch einmal eine Ehe eingegangen; sie ward die Gemahlindes Grafen Humbert HI von Maurienne 1156 und sehr wahrscheinlich hat man
1161 Gislebert Chron. Hanon. SA. 69. Chron. Ursperg. SA. 46.
1162 Chron. mon. S. Michaelis Luneb. MGSS. XXIH 396, auch ibid. Anm. 40.
1163 Helmold SA. 212. Chron. reg. Colon. SA. 123. Vgl. über die Scheidung ausserdiesen und den in Anm. 1151 Genannten noch die Ann. Wenig. "Weif. MGSS. XVII 309und Ann. Reichersperg. MGSS. XVII 466.
11M Nach Chr. Fr. Stalin II 292 u. 102.
1155 Mehrfach erwähnt Heinrich in der zunächst folgenden Zeit (vgl. die Origg.Guelf. an versch. 0.) die Zustimmung seiner und der dementia Tochter Gertrud bei Besitz-übertragungen. Dabei aber Gertrud als die Erbin des Witthums ihrer Mutter oder einerEntschädigung für das Heirathsgut zu betrachten, vorhütet der Zusatz: „unsere Erbin".
1168 Radulfus de Diceto MGSS. XXVH 264 zu 1173; Gesta Heinrici II et Richardilibid. 85—87; danach Roger de Hoveden ibid. 142; nach Radulf: Roger de "WendoverMGSS. XXVUI 33. Obwohl hier dementia ausdrücklich als die verlassene Frau Hein-rich's des Löwen charakterisirt wird, suchen Guichenon, Schöpflin, Gingins u. Andere inder Gemahlin Humbert's eine andere Zähringerin, die sie Anna nennen. —