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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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379
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Verlust der Genfer Reichsvogtei. 379

Weise aber ist die bisher für unecht angesehene nochmalige Verbriefung, diemit der Goldbulle, als eine echte richtig zu verstehen 1U5 .

Eines erfahren wir noch aus ihr: dass Bertold auf jeden Widerstandverzichtete - , der Kaiser konnte in dieser letzten Verbriefung schon mittheilen,dass sowohl der Herzog von Zähringen wje der Graf von Genf sich mit demSpruche zufrieden gegeben und in Gegenwart Friedrich's um dessen Verzei-hung gebeten hätten. Das könnte etwa auch von Seite Bertold's auf burgun-dischem Gebiet, wo der Kaiser noch am 24. Sept. weilte 1146 , aber auch über-haupt erst später geschehen sein. In ersterem Falle würde Bertold seineStimmung gegen den Kaiser und seine Hoffnungen auf eine offene Erhebungdabei geheim gehalten und geflissentlich verdeckt haben. Wirklich gab GrafAmedeus, Obigem entsprechend, in Gegenwart einer Anzahl burgundischerBischöfe, Kleriker und Ritter die Regalien unmittelbar in die Hand desBischofs Arducius zurück I 147 .

Als Kaiser Friedrich im October aus Burgund nach Deutschland heim-kehrte, fand er schon eine zähringiscbe Kampfpartei vor. Herzog Bertoldhatte die enge Verbindung seiner Vorfahren mit dem elsässischen HauseDachsburg neu geknüpft und mit dem Grafen Hugo, den er schon durchdie gemeinsame Theilnahme an den italienischen Kämpfen von 1159/60 genauerkannte U47a , ein Bündniss abgeschlossen, auf Grund dessen er zunächst seiner-seits den Dachsburger in seinen Fehden unterstützte 1U8 , und auch den BischofStephan von Metz, einen eifrigen Anhänger Alexander's HI lU9 , zum Eintrittin dies Bündniss bereit gefunden. So kam es, dass die Bewegungen deselsässischen Grafen dem Kaiser von grösster Wichtigkeit wurden. Er selber,von Italien kommend, zog vor Hugo's grosse Burg Girbaden (südwestlichvon Molsheim, über dem Breusch- und Magelthal), nahm sie ein und legtesie in Trümmer U5 °. Bei der Niederwerfung des Grafen liess er es bewenden;den Zähringer gedachte er vor allen Dingen von jeder Beziehung zu den

Sprüchen der Grafen behielt die frühere Urk. (St .3967) nach wie vor unmittelbareren prac-tischen "Werth. So ist es verständlich, wenn 1184 bei dem Schiedsspruch von Aix zwischendem Bischof und dem Grafen von Genf St. 3967 und nicht St. 3968 zu Grunde gelegtwurde, und auch daraus also eine Verdächtigung der letzteren nicht zu folgern.

1146 In einem neueren Jahrhundert hat man sich dagegen im Interesse der städtischenHoheit an die Fälschung von St. 3967 gemacht und abgesehen von anderen Verände-rungen auch die Stelle über die Oberhoheit der Krone ausradirt, vgl. MDGeneve V 347.

1148 St. 3970.

1147 Vgl. das darüber aufgenommene Chirograph Spon 1. c. Nr. 10, ohne Datirung.lu7a Sie stehen als Zeugen neben einander in St. 3876 vom 30. Dec. 1159 (vor

Crema).

1148 Notiz aus Neuburg MGSS. XVII 89, Anm. 41.

1149 Gesta epp. Mett. MGSS. X 545.

1,60 Ann. Argent. MGSS. XVII 89; Ann. Marbac. MGSS. XVII 161; Ann. Mauri-monast. 181.