376 Hol. 1162.
Mutterstegen überliess. Bertold selbst war bei Abscbluss des Vertragesgegenwärtig und bekräftigte ibn durcb sein Siegel. Der formellen Uebergabeder Güter dagegen wohnte er nicht bei, sie geschah vor dem Breisgaugrafen,Markgraf Hermann, und zwar auf dem inzwischen in markgräflichen Besitzübergegangenen Schlosse Hachberg in Mitanwesenheit des Grafen von Nim-burg, der Herren von Uesenberg und Schwarzenberg und einer Anzahl sowohlherzoglicher wie markgräflicher Ministerialen. —
Am Anfang März 1162 fiel Mailand in des zornigen Kaisers Gewaltund auf den 29. August konnte die Zusammenkunft Friedrich's, der nun end-lichfreiere Hand hatte, mit Ludwig von Frankreich verabredet werden, die alsein grosses Conciüum der weltlichen und geistlichen "Würdenträger derChristenheit gedacht war und ausser dem grossen Streit der zerspaltenenKirche auch den weltlichen Hader zu schlichten bestimmt war. Elf Erzbischöfe,zahlreiche Bischöfe, die bedeutendsten weltlichen Reichsfürsten waren umFriedrich versammelt, als er zu der angesagten Zeit an der Saone, beiSt. Jean-de-Losne Quartier nahm, auch der Papst Victor, der König Walde-mar von Dänemark mit dem Bischof Absalom von Roeskilde und der Bruderdes Böhmenkönigs, ein häufiger Gast bei Friedrich, befanden sich im deut-schen Lager; ähnlich von den geistlichen und weltlichen Herren Frankreichsumgeben weilte König Ludwig gegenüber auf seinem Grenzgebiete. Indessendiese ganze grosse Zurüstung blieb vergebens gethan; das Misstrauen und diekaum verhüllte Verschiedenheit der Tendenzen Hessen es nicht zu einer Begeg-nung der beiden Herrscher kommen, und so vereinigte der Kaiser endlich imSeptember wenigstens die Versammelten seiner Reiche zu einer Synode, dieabermals Victor IV anerkannte.
So mochte wohl Bertold von Zähringen, der nach allem Anschein nichtmit an der Saone gewesen war 1141 , froh werden, als er erfuhr, dass eine Be-gegnung und Verständigung Friedrich's und Ludwig's nicht stattgefundenhabe. Indessen seine Abwesenheit ersparte dem seinem Kaiser entfremdetenund blossgestellten Herzoge eine neue Demüthigung, durch anderen Anlassnicht.
Vor Friedrich erschien im Hoftage Bischof Arducius von Genf underhob Klage über das Abkommen zwischen dem Herzog Bertold von Zäh-
1141 Er fehlt unter den Zeugen von St. 3965 (bei Besson, MemoireB sur l'hist. ec-clesiastique des dioceses de Geneve, Tarantaise, Aoste et Maurienne et du decanat de Savoye.Nancy 1759. 4 ». S. 361 f. und nicht S. 352, wie Stumpf hat). Seine Abwesenheit scheint mirauch aus den Urkk. St. 3967—3969 hervorzugehen, auf denen — insbes. auf 3967 — dieim Text folgenden Ausführungen beruhen. Ich halte vorläufig fest an der Echtheit von St.3968 und auch an den bei Spon 1. c. (Nr. 7—9) gegebenen, gegenüber den Stumpf sehengerade umgekehrten Daten: St. 3967 vom 8., nicht vom 7. Sept., St. 3968 vom 7., nicht vom8. Sept. Vgl. zur Erklärung von St. 3968 und über das gegenseitige Verhältniss der Urkk.unten S. 378 f.