Druckschrift 
Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
373
Einzelbild herunterladen
 

Rudolf von Zähringen in Mainz erwählt. 373

Städtern erschlagen worden. Damit hatte ein lange schon dauernder Aufstandsein wildes Ende erreicht; nun fürchteten sie die Rache des strafgewaltigenKaisers. Gerade die Führer der aufständischen Laien, die durch die Blutthatam meisten Befleckten waren es, die den Mainzer Domklerus zu einer neuenschnellen Wahl zwangen, durch die sie sich eine mächtige Bundesgenossen-schaft zu erwerben gedachten •, nach ihrem Plane wurde von dem vergewaltigtenKlerus zum Erzbischofe von Mainz Rudolf von Zähringen erwählt 1137 . Rudolfhat diese Wahl obwohl aus so befleckter Hand angenommen und es auf sichnehmen wollen, der Führer des ganz herabgekommenen Erzstiftes zu werden;auch Bertold, sein Bruder, ist anscheinend für diese Absicht eingetreten,denn eben so wird die erwähnte Angelegenheit am richtigsten zu verstehensein, die ihn zum Anfang August nach Italien und zu Friedrich führte.

Unterdessen war am 25. Juli von den zu Erfurt in Reichsangelegen-heiten versammelten Erzbischöfen und Bischöfen der Kirchenbann über Mainzverhängt worden, und der Kaiser verweigerte seinerseits die Investitur Rudolf' s,was noch um so näher für ihn lag, als die Mainzer ihm erst i. J. 1157 ver-sprochen hatten, keine Neuwahl ohne seine Betheiligung vorzunehmen U88 .Am 29. Oct. 1160 aber wurde von einigen Mainzer Domherren, die von einerAnzahl Fürsten in Verbindung mit den Bischöfen der Mainzer Provinz dazuveranlasst worden waren, insbesondere von Pfalzgraf Konrad und LandgrafLudwig von Thüringen, welche von Mainz Lehen trugen, ein anderer Erz-bischof in der Person des Merseburger Propstes Christian erwählt. Nocheinen Versuch, sich zu behaupten, machte Rudolf, indem er am Anfang desJahres 1161 in eigener Person den Kaiser in der Lombardei aufsuchte, waser übrigens nur dadurch ermöglichte, dass er die kostbarsten Stücke desKirchenschatzes in klingende Münze umsetzte 113S »; indessen er erreichte garnichts, vielmehr verhängte die Synode Papst Victor's zu Lodi (19.—22. Juni1161), die die Mörder Arnold's bannte, auch gegen Rudolf eine kirchliche

1157 Ann. S. Disibod. MGSS. XVII 29 frater ducis de Zeringen; Gisleberti Chron.Hanon. SA. 69; Cbron. Sampetrinum Erphord. (Geschqu. d. Prov. Sachsen I) S. 31;Christiani aep. lib. de calam. eccl. Mogunt. MGSS. XVII 244 frater ducis Ceringie; eratenim idem Rudolfus vir potens in armis. ibid. 245: Rudolfus Cloiibelauch. Ich fasse diesenUebernamen als „Lauchspalter" (: der Kleinliche; entsprechend dem heutzutage am Rheinevolksthümlichen „Kümmelspalter''), wobei denn eine active und passive Bedeutung desWortes neben einander anzunehmen wären. Herr Prof. Bernh. v. Simson machte michbei einer Unterhaltung hierüber freundlichst auf die entsprechende Benennung des Gegen-königs Hermann bei Helmold SA. 63 Hermannum quendam cognomento Glufloch und inden Anh. Palid. MGSS. XVI 70 Heremannus cognomento aMiuin aufmerksam, welcherletzteren zugesetzte Erklärung pro eo quod electus Isleven, ubi allium haoundat schonGiesebrecht HI 4 1158 mit Recht ablehnte. Klobloch auch Strassburger Familie.

1188 Ann. Disib. 1. c.

»»»» Ann. S. Disib. 30, dazu 29; Christ, aep. Üb. 244 f.